Verkehrsknoten mit Vollgas gelöst

GOLDACH. Nach sechs intensiven Bauwochen und vier Wochen grossräumiger Verkehrsumleitung gehen die Arbeiten am Bruggmühle-Knoten in den Endspurt. Ab heute abend ist die verbreiterte Kreuzung wieder in alle Richtungen befahrbar.

Corina Tobler
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Der Knoten gestern abend: Die Strassenmarkierungen sind vorgezeichnet, der letzte Einlenker ist für das Anbringen des Deckbelags bereit. (Bilder: Corina Tobler)

Der Knoten gestern abend: Die Strassenmarkierungen sind vorgezeichnet, der letzte Einlenker ist für das Anbringen des Deckbelags bereit. (Bilder: Corina Tobler)

GOLDACH. Sieben Wochen für eine neue, breitere Kreuzung an einem der wichtigsten Verkehrsknoten der Region. Diese Aufgabe und ein straffer Zeitplan standen den Bauleuten der Walo Bertschinger AG bevor, als sie am 15. Juni bei der Einmündung der Bruggmühlestrasse in die St. Gallerstrasse ihre Arbeit in Angriff nahmen. Heute, sechs Wochen später, ist der Bärenanteil der Aufgabe erledigt.

Werkleitungen erneuert

Nach dem Anbringen der letzten Markierungen wird die Kreuzung heute um 18 Uhr für den Verkehr freigegeben – die Einbahn auf der Bruggmühle- und St. Gallerstrasse ist Geschichte. Wie im Zeitplan vorgesehen. Kein Wunder, dass Projektleiter Carmine Lo Russo vom kantonalen Tiefbauamt mit dem Verlauf der Arbeiten äusserst zufrieden ist. «Es passte alles. Die Vorarbeiten in den ersten beiden Wochen konnten wir etwas ausserhalb des Verkehrsflusses erledigen, weil es darum ging, die Kreuzung zu verbreitern. So konnte die St. Gallerstrasse noch in beide Richtungen befahren werden.»

Ein grosser Posten dieser Vorbereitungsarbeiten war das Erneuern der Werkleitungen – für die Technischen Betriebe Goldach, für Telekommunikation, für die noch zu montierende neue Lichtsignalanlage und für die Strassenentwässerung. «Weil die Vorbereitungen pünktlich zum Ferienbeginn abgeschlossen waren, konnten wir jetzt vier Wochen wirklich Vollgas geben und bei reduziertem Verkehrsaufkommen die Kreuzung erneuern», sagt Lo Russo, der nicht nur den Anwohnern fürs Verständnis, sondern auch den Bauleuten für den «extremen Einsatz» ein grosses Kompliment ausspricht.

Arbeiten bei 160 plus 36 Grad

Sommer- oder Bauferien gab's für die jeweils acht bis vierzehn Angestellten nämlich nicht, die am Bruggmühle-Knoten im Einsatz waren. «Ja, wir haben lange Einsätze hinter uns, etwa am Dienstag bis Mitternacht. Für das Anbringen des Deckbelags mussten wir die ganze St. Gallerstrasse sperren, das geht nur nachts», sagt Bauführer Martin Oberli. Neben der Erneuerung sämtlicher Randabschlüsse wurden alle alten Beläge entfernt – was aufwendiger war als angenommen. Unter dem alten Belag kamen flächendeckend Bogenpflästerungen zum Vorschein, die Oberfläche der noch älteren Strasse. Der neue Strassenbelag ist 22 Zentimeter dick und besteht aus drei Schichten. «Die alten Pflästerungen waren im Weg, so dass wir sie herausbrechen mussten», sagt Oberli. Er war wie Carmine Lo Russo dankbar für das trockene Wetter, weil Belagsarbeiten bei Regen nicht möglich sind. Aber: «Wenn der Belag von unten mit 160 Grad einheizt und oben die Sonne mit 36 Grad herabbrennt, muss man genug Wasser auf der Baustelle haben. Teilweise mussten wir die Helme ablegen, da es darunter zum Hitzestau kam.»

Baustelle zu jeder Zeit kritisch

Apropos Stau: Dass der Verkehr besonders am Feierabend teilweise ins Stocken kam, liess gelegentlich Diskussionen aufkommen. Besonders wurde kritisiert, dass die Arbeiten mit der Neugestaltung der Schulstrasse zusammenfielen – jene ist nur als Einbahn dorfabwärts befahrbar. Carmine Lo Russo relativiert: «Unsere Baustelle wäre in jedem Jahr kritisch gewesen, weil die Strassen so stark befahren sind. Zentral ist, dass wir die Arbeiten in den Ferien durchführen konnten.»

Schulstrasse so oder so Einbahn

Er fügt an, die Einbahn an der Schulstrasse habe geholfen – und wäre auch fürs kantonale Projekt allein nötig gewesen, denn: «Wir hätten den Verkehr genau gleich umleiten müssen, wie er jetzt geführt wurde. So mussten wir die Schulstrasse nicht zur Einbahn erklären, weil sie es schon war.» Letztlich, so Lo Russo, kommen die breitere Kreuzung mit neuer Spur für Linksabbieger von der St. Gallerstrasse ins Dorfzentrum, die neuen Werkleitungen und das neue Trottoir ja auch den Goldachern zugute. Die Gemeinde kommt das 1,4 Millionen Franken teure Projekt übrigens mit einer Beteiligung von 18 000 Franken ausgesprochen günstig.

Die letzten Arbeiten erfolgen in der kommenden Woche, abseits des Verkehrs. Schlusspunkt ist die Inbetriebnahme der neuen Lichtsignal-Anlage am Freitag, 7. August, um 10 Uhr.

Carmine Lo Russo Projektleiter Tiefbauamt Kanton (Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin)

Carmine Lo Russo Projektleiter Tiefbauamt Kanton (Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin)

Martin Oberli Bauführer Walo Bertschinger AG (Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin)

Martin Oberli Bauführer Walo Bertschinger AG (Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin)