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VERKEHRSBERUHIGUNG: Vier Parkplätze und 16 Bäume mehr

Die Stadt will die Zürcher Strasse in der Lachen sanieren und neu gestalten. Jetzt hat sie das Projekt dem Quartier vorgestellt. Die Umgestaltungspläne sind Resultat eines langen Prozesses, bei dem 3 Haupt- und 13 Untervarianten geprüft wurden.
Reto Voneschen

Reto Voneschen

reto.voneschen

@tagblatt.ch

Bevor das Stimmvolk sie im Mai 2006 knapp versenkte, war die Neugestaltung der Zürcher Strasse ein Pionier- und Pilotprojekt. Mit ihm wollte die Stadt die «freundlichere Gestaltung» von Hauptverkehrsachsen in Wohngebieten erproben, wie sie von der Initiative «Strassen zum Leben» gefordert worden war. Jahrelang war nach der Abstimmungsniederlage vom Thema nichts mehr zu hören, während über die Umgestaltung der Hauptverkehrsachsen St.-Jakob-Strasse/Langgasse und Rorschacher Strasse diskutiert wurde. Und plötzlich liegt jetzt die Zürcher Strasse in der Lachen wieder vor den anderen Gestaltungsprojekten. Städtisches Tiefbauamt und Stadtplanung haben für sie in den vergangenen Jahren eine neue Planung aufgegleist. Sie wurde dem Lachen-Quartier am Dienstagabend in der Aula des Schulhauses Schönenwegen vorgestellt – und soll jetzt im Express-Tempo umgesetzt werden (siehe Zweittext).

Kanalisation, Leitungen, Strasse müssen dringend saniert werden

Das Projekt für die Zürcher Strasse ist zweiteilig. Zum einen ist es ein Sanierungsprojekt. Kanalisation, Werkleitungen und Strasse selber müssen dringend instand gesetzt werden. Seit Ablehnung des ersten Projekts für die Zürcher Strasse hat sich der Zustand dieser Elemente weiter verschlechtert. Mit «normalen» Unterhaltsmassnahmen ist dem Sanierungsbedarf nicht mehr beizukommen. Zum anderen geht es bei der Zürcher Strasse um die Neuorganisation und Neugestaltung des Strassenraums.

Die breite Strasse übt aufs Lachen-Quartier eine hohe Trennwirkung aus. Zudem genügen Fussgängerstreifen teils nicht mehr den heutigen Ansprüchen – etwa bezüglich Sichtweiten. Das Angebot für den Langsamverkehr ist ebenfalls ungenügend; insbesondere fehlen Velospuren. Der Verkehrsfluss wird zudem durch ab- und einbiegenden Verkehr aus Nebenstrassen sowie die Parkplätze entlang der Fahrbahnen gestört.

Zur Lösung dieser Probleme wurde gemäss den Ausführungen von Stadtingenieur Beat Rietmann vom Dienstagabend ein Betriebskonzept gesucht, dass weniger Störungen im Verkehrsfluss verursacht, aber die Erschliessung und die Bedürfnisse des Quartiers nicht stark beeinträchtigt. Durch die Neugestaltung soll die optische Trennwirkung der Strasse gemildert und das Strassenbild fürs Quartier freundlicher werden.

Insgesamt 16 Varianten auf dem Prüfstand

Das Sanierungs- und Umgestaltungsprojekt umfasst den knapp einen Kilometer langen Abschnitt von der Rechenstrasse bis in den Stahl. Bei seiner Entwicklung spielte das Vorhaben von 2006 keine Rolle mehr. Die Planer starteten wieder bei Null. Im ersten Schritt erarbeiteten sie drei denkbare Hauptvarianten. Daraus wurden durch kleine Differenzierungen 13 Untervarianten abgeleitet. Mit­einander verglichen wurden alle diese Möglichkeiten, indem pro Variante die Zeitverluste durch Behinderungen für alle Verkehrsteilnehmer ausgerechnet und zusammengezählt wurden.

Im heutigen Zustand resultierte gemäss Angaben vom Dienstagabend ein Wert von 110 Stunden. Die zur Weiterbearbeitung ausgewählte Variante C6 kommt auf einen kumulierten Zeitverlust von nur 40 Stunden, sollte also erheblich besser funktionieren als das heutige Betriebskonzept. Ob das wirklich der Fall ist, wurde im Laufe der Weiterbearbeitung der Variante auch per Computersimulation getestet.

Als wesentlichste Neuerung bringt das Projekt zwischen der Schönaustrasse sowie der Kreuzung Zürcher-, Vonwil- und Gerbestrasse einen Mittelstreifen. Er wird an jenen Stellen, an denen er nicht befahren oder begangen werden soll, mit Blumenstauden, nicht aber mit Bäumen bepflanzt. Der grössere Teil des Mittelstreifens kann von Autos, Velos oder Fussgängern beim Einspuren, Überholen oder bei der Überquerung der Strasse benutzt werden. Zudem werden die Trottoirs breiter. Das und der Mittelstreifen gehen auf Kosten der heute überbreiten Fahrbahnen. Die Pflanzung von 16 neuen Bäumen wird für geeignete Stellen links und rechts der Strasse ins Auge gefasst.

Eine Lösung hat die Stadt auch für die im Vorfeld der Präsentation vom Dienstag kontrovers diskutierten Parkplatzfragen gefunden. Durch die Umgestaltung der Strasse gehen im Lachen-Quartier keine Parkplätze verloren, es gibt unter dem Strich sogar vier mehr. Und für die zwei vor der Post wegfallenden Abstellplätze für den Güterumschlag gibt es an drei anderen zentralen Standorten insgesamt sechs neue. Vor Migros und Post Lachen hält der Bus künftig auf der Fahrbahn und ist nicht überholbar. Anders in der Waldau: Hier kann der haltende Bus über den Mittelstreifen überholt werden.

Voraussichtlich keine obligatorische Volksabstimmung

Der städtische Anteil an den Kosten von Sanierung und Neugestaltung der Zürcher Strasse zwischen Rechenstrasse und Stahl liegt voraussichtlich bei zwölf bis 13 Millionen Franken, also unterhalb der Grenze für eine obligatorische Volksabstimmung. Eine solche kann man erreichen übers Ratsreferendum (dafür sind 21 Stimmen im Stadtparlament nötig) oder übers fakultative Referendum (dafür müssen innert 30 Tagen 1000 Unterschriften von Stimmberechtigen zusammenkommen).

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