Verkehr wächst weiter an

GOSSAU. 17 122 Fahrzeuge fuhren 2010 täglich über die Kreuzung Mettendorf. Der Anstieg der Gossauer Verkehrszahlen von 0,5 Prozent entspricht etwa der kantonalen Entwicklung. Deutlich mehr Verkehr rollt hingegen auf der Autobahn.

Lea Müller
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Im Gossauer Mettendorf passierten am Spitzentag im vergangenen Jahr 21 825 Fahrzeuge die Kreuzung. (Bild: Urs Jaudas)

Im Gossauer Mettendorf passierten am Spitzentag im vergangenen Jahr 21 825 Fahrzeuge die Kreuzung. (Bild: Urs Jaudas)

Fussgänger auf dem Trottoir überholen die langsam rollenden Autos auf der Strasse – die Stadt Gossau ist bekannt für seine mit Blechlawinen überlasteten Strassen. 21 825 Fahrzeuge passierten am 13. Juli 2010 das Lichtsignal im Mettendorf. Das war der Spitzenwert. Und doch kann von Stau noch nicht die Rede sein, wie Martin Gmür von der Verkehrstechnik des kantonalen Strasseninspektorats erklärt: «Von einer Stausituation sprechen wir erst bei durchschnittlich 25 000 Fahrzeugen pro Tag.» Ein solches Beispiel im Kanton St. Gallen sei Rapperswil Seedamm.

Kein Zähler im Zentrum

Der Blick auf die aktuellen Verkehrszahlen zeigt, dass der Verkehr im Gebiet Gossau nur leicht zunimmt. Die automatische Verkehrszählung verzeichnet bei der Zählstelle Mettendorf einen Anstieg um 0,5 Prozent. Im ganzen Kanton St. Gallen waren es 0,7.

Im Jahr 2010 fuhren zwischen St. Gallen-Winkeln und Gossau im Schnitt 17 122 Fahrzeuge täglich über die Kreuzung Mettendorf. 2009 wurden 17 034 gezählt und 2008 waren es 16 870. Wie viele Fahrzeuge effektiv durch das Gossauer Zentrum fahren, lässt sich aber nicht in Zahlen festhalten. «Der Kanton interessiert sich für die Verkehrsbewegungen zwischen den Gemeinden», sagt Martin Gmür. «Deshalb installiert er im Zentrum kein Zählsystem.»

Schwankungen wegen Baustelle

Die Zählstelle Mettendorf verzeichnet das grösste Verkehrsaufkommen im Gebiet Gossau, stellt aber die geringste Verkehrszunahme fest. Mehr Fahrzeuge als im 2009 – 2,9 Prozent – wurden auf der Herisauerstrasse bei der Zählstelle Bad Friedensberg gezählt. Im Jahr 2010 rollten auf der Strecke von und nach Herisau im Durchschnitt 362 Fahrzeuge mehr als im Vorjahr. Anhand der Länge der Fahrzeuge kann das Messgerät Personenwagen und Lastwagen unterscheiden. Der Lastwagenanteil beträgt 4,6 Prozent.

Ein weiterer Zählautomat steht im Langfeld auf der Bischofszellerstrasse. Im Durchschnitt sind hier 6733 Fahrzeuge gezählt worden. 2009 waren es noch 5572. Dieser deutliche Anstieg ist laut Martin Gmür jedoch nicht aussagekräftig, weil die Zahlen aufgrund der Bautätigkeiten in der Bischofszellerstrasse schwanken würden. «Unsere Zählung ist nur sinnvoll, wenn wir 365 Tage im Jahr vergleichen können.»

Mehr Verkehr auf der Autobahn

Weitaus höhere Verkehrsmengen als auf den Kantonsstrassen melden die Zählstationen auf den Autobahnen. Die Zählstelle Nutzenbucherwald passierten täglich im Schnitt 55 482 Fahrzeuge, was einer Zunahme von 2,6 Prozent entspricht. Bei der Zählstelle Oberberg sind es gar 6,5 Prozent. Täglich fahren hier 55 594 Fahrzeuge vorbei. Ein kantonaler Vergleich: Auf der Autobahn bei Gossau rollt etwa doppelt so viel Verkehr wie am Walensee (27 876).

Die Interpretation von Verkehrszahlen ist keine einfache Angelegenheit. Manchmal gibt es laut Martin Gmür vom Strassenkreisinspektorat aber eindeutige Erklärungen wie Baustellen oder neu geführte Verkehrswege.

Das Gossauer Zentrum meiden

Die hohe Zunahme des Autobahnverkehrs bei Gossau erklärt sich der Stadtrat teilweise mit den Bauarbeiten auf der Bischofszellerstrasse, wie er in einer Medienmitteilung schreibt. Der Kanton prüfe diese Verkehrszunahme aber nicht speziell, weil die 6,5 Prozent noch im Rahmen liegen würden, sagt Martin Gmür.

«Die Entwicklung der Verkehrszahlen ist erfreulich. Sie entspricht dem Ziel, dass der Transitverkehr die Autobahn nutzt und das Gossauer Zentrum meidet», sagt Urs Salzmann, Kommunikationsbeauftragter der Stadt Gossau. «Entspannung für das Zentrum soll ausserdem die Aufwertung des Stadtkerns bringen, welche hoffentlich im Jahr 2012 umgesetzt werden kann.» Ob der in diesem Jahr geplante Ausbau der Ringstrasse zu lokalen Verlagerungen des Verkehrs führe, bleibe noch abzuwarten.

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