VERKEHR: Unter- und überirdische Varianten

Der traditionelle Stadtapéro stand am Samstag im Zeichen eines altbekannten Problems in Gossau: der Entlastung des Zentrums. Wer mit bahnbrechenden Lösungsvorschlägen rechnete, wurde enttäuscht.

Manuela Bruhin
Drucken
Teilen

Egal, wie viele Jahre ins Land ziehen, die Stadt Gossau wird sie nicht los: die Staus und Fahrzeugkolonnen, die sich durchs Zentrum quälen. Als «hausgemachtes Problem» betitelte Stadtpräsident Alex Brühwiler den Zustand am Stadtapéro vom Samstag.

Ein jahrzehntelanges Problem

Schwerpunkt des Anlasses war die Verkehrsentlastung des Stadtzentrums. Das Thema liegt den Gossauern am Herzen. Das zeigte die hohe Teilnehmerzahl im Fürstenlandsaal. Illusionen sind aber fehl am Platz. Denn: «Die Thematik besteht in Gossau seit Jahrzehnten – und wird uns, zumindest teilweise, auch in Zukunft begleiten», sagte Alex Brühwiler.

Sascha Bundi und Pascal Hinder vom kantonalen Tiefbauamt lobten in erster Linie die gute Zusammenarbeit mit Gossau. «Die Stadt arbeitet vorbildlich mit. Wir sind überzeugt, gemeinsam eine Lösung zu finden.» Fakt ist aber auch, dass dafür ein langer Atem gefragt ist. Denn es würden «beachtliche Zeiträume» verstreichen, bis die Arbeitsprozesse durchlaufen seien und eine definitive Lösung erarbeitet sei.

Auch Pascal Hinder betonte, dass das Verkehrsproblem in Gossau grösstenteils «hausgemacht» sei. Der grösste Durchgangsverkehr belaufe sich im Bereich des Autobahnzubringers bis hin zur Herisauer- sowie der Flawilerstrasse.

Fünf definitive Varianten werden nun bearbeitet. Darunter wurden einige vorgestellt, welche bereits in der Vergangenheit lanciert wurden, zum Beispiel die «Erschliessungsstrasse Nord», die aus der Volksmotion stammt. Ähnlich angegliedert ist eine Variante «Nordumfahrung». Ebenfalls in früheren Studien untersucht wurden die «Westumfahrung» sowie die Variante «Zentrum Süd». Strassentechnische Ausbauten würde die Variante «Zentrum Mitte oberirdisch» mit sich ziehen. Die Strassenführung müsste hier bei der Ring-, Post- und Quellenhof­strasse ausgebaut werden. Hinder präsentierte zudem eine entsprechende unterirdische Variante.

Zweckmässige Lösung gesucht

Gezeigt wurden auch neue Autobahnanschlüsse – hierbei müsste jedoch der Bund mitreden. Unterirdisch, überirdisch, mit Brücken oder Tunnels – am Schluss der Ausführungen blieb kaum ein Punkt auf der Gossauer Strassenkarte unberührt. Die Varianten werden nun geprüft und bewertet. «Es wird keine Rangverkündigung geben. Wir machen einen Vorschlag. Der definitive Entscheid unterliegt einem politischen Prozess», so Bundi. Man sei überzeugt, eine zweckmässige Lösung zu finden. Eine Lösung aber auch, welche nicht nur Vorteile mit sich bringen würde, stellte Brühwiler klar. «Wir hoffen trotzdem auf eine Lösung, welche den Durchbruch bringt.»

Manuela Bruhin

redaktiongo@tagblatt.ch