VERKEHR: Stadt prüft neuen Depotstandort

Das Hochbauamt führt eine Standortevaluation an einem Areal an der Rechenstrasse durch. Geprüft wird, ob sich das Gebiet für den Bau eines Busdepots eignet. Der Standort Steinachstrasse ist damit aber nicht vom Tisch.

Luca Ghiselli
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Diese Baracke an der Rechenstrasse müsste dem VBSG-Depot weichen. (Bild: Claudio Heller)

Diese Baracke an der Rechenstrasse müsste dem VBSG-Depot weichen. (Bild: Claudio Heller)

Das Depot der städtischen Verkehrsbetriebe (VBSG) an der Stein­achstrasse muss erweitert und saniert werden. Zu diesem Schluss gelangte der Stadtrat schon 2009. Sechs Jahre später stellte er beim Parlament deshalb einen Antrag um einen Verpflichtungskredit für eine Studie zur Erweiterung des Depots in der Höhe von 390'000 Franken. In seinem Antrag hielt der Stadtrat damals fest, dass der Platzbedarf der VBSG auf 6000 Quadratmeter steigen werde. Mit der geplanten Erweiterung würde das Depot über genau diese Einstellfläche verfügen. Ausserdem würden die Büros der Stadtwerke, die derzeit auf acht Standorte verteilt sind, im Erweiterungsbau einziehen.

Dass das Depot am heutigen Standort erweitert wird, steht aber noch nicht fest. Parallel zur Projektierung des Ausbaus prüft das Hochbauamt derzeit einen weiteren Standort, wie Baudirektorin Maria Pappa einen Bericht der «St.Galler Nachrichten» bestätigt. Es handelt sich dabei um ein Areal an der Rechenstrasse. Darauf stehen drei Wohnhäuser. In einer der Liegenschaften ist die Pizzeria Barbarossa eingemietet. Ausserdem befinden sich einige Baracken und Holzbauten auf dem Areal, und auch der Jugendtreff Lollypop steht auf dem Areal, das zum grössten Teil der Stadt gehört.

Hohes Anforderungsprofil der Verkehrsbetriebe

Dass nun auch ein anderes Areal für den Bau des Busdepots geprüft werde, bedeute aber keine Kehrtwende, betont Pappa. «Wir erachten den Standort an der Steinachstrasse sowie den geplanten Ausbau der Infrastruktur weiterhin als sinnvoll.» Dieses genüge auch den steigenden Platzbedürfnissen der VBSG. Das Hochbauamt sei dann aber Ende 2016 mit der Frage an den Stadtrat herangetreten, ob es den Standort Rechenstrasse prüfen dürfe. Dieser stand erst seit kurzem wegen eines Landkaufs der Stadt als Alternative zur Verfügung. Der Stadtrat hat dieser Überprüfung zugestimmt.

«Grundsätzlich gibt es in der Stadt über 30 Areale, die gross genug sind, damit ein Depot ­darauf zu stehen kommen könnte», sagt Pappa. Die benötigte Grundstückfläche für ein VBSG-Depot betrage mindestens 15'000 Quadratmeter. Die Verkehrsbetriebe hätten aber ein spezifisches Anforderungsprofil für einen neuen Standort. So müsse er einerseits in unmittelbarer Nähe der zen­tralen Verkehrsachse Zürcher Strasse/Rorschacher Strasse liegen. Andererseits sei es wichtig, dass die Busse effizient aufkolonnieren könnten, sagt Pappa. «Die Rechenstrasse erfüllt diese Kriterien am ehesten.» Nun gehe es darum, den Standort im Grundsatz zu prüfen. Dafür hat das Hochbauamt noch bis Februar Zeit. Erst dann kann der Stadtrat weitere Schritte beschliessen.

Stadt verhandelt mit Grundbesitzern

Ob dereinst dann auch die Büros der Stadtwerke an die Rechenstrasse zügeln würden, stehe noch nicht fest, sagt Pappa. Die VBSG seien aber grundsätzlich offen für einen neuen Standort. «Wichtig ist, dass dieser alle Anforderungen erfüllt.» Mit den Grundbesitzern auf dem Areal an der Rechenstrasse sei man bereits seit geraumer Zeit im Gespräch. «Dies, damit die Stadt sich möglichst frühzeitig nach geeigneten Arealen für diverse In­frastrukturbauten umsehen kann.»