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VERKEHR: Mit der 30er-Tafel ist’s nicht getan

Die Verkehrskommission des Nationalrates will weniger Tempo 30 auf Hauptstrassen in Städten. In der Stadt St. Gallen sind Geschwindigkeitsreduktionen beim Lärmschutz ein Dauerthema – ein schwieriges.
Daniel Wirth
Aus Sicherheitsgründen gilt auf der St. Jakobstrasse während der Olma und der Offa abschnittweise temporär Tempo 30, ansonsten generell Tempo 50. (Bild: Benjamin Manser)

Aus Sicherheitsgründen gilt auf der St. Jakobstrasse während der Olma und der Offa abschnittweise temporär Tempo 30, ansonsten generell Tempo 50. (Bild: Benjamin Manser)

Daniel Wirth

daniel.wirth@tagblatt.ch

Weniger Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen in Städten: das fordert Nationalrat Gregor Rutz (SVP/ZH) in einer parlamentarischen Initiative, die von der Verkehrskommission der Grossen Kammer am Dienstag angenommen wurde (Tagblatt von gestern). In der Stadt St. Gallen gibt es derzeit 59 Tempo-30-Zonen. Sie liegen, gestützt auf den städtischen Richtplan, allesamt in Quartieren, wie Christian Hasler, Leiter Verkehr beim städtischen Tiefbauamt, gestern auf Anfrage sagte. Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen würde in St. Gallen nur temporär verfügt; im Moment gilt es auf der Rosenbergstrasse wegen Bauarbeiten beim Bahnhof und auf der St. Jakob­strasse wegen der Olma. Bis vor kurzem galt Tempo 30 auch auf der St. Leonhard-Strasse wegen Bauarbeiten auf dem Bahnhofplatz und dem damit verbundenen ÖV-Regime.

Das Tiefbauamt befasse sich regelmässig mit der Materie, vor allem wenn es darum gehe, Massnahmen umzusetzen, welche die Lärmschutzverordnung (LSV) vorgebe (siehe Zweittext unten). Der Strasseneigentümer sei angehalten, Massnahmen bei der Quelle vorzunehmen. Die Quelle des Lärms im Verkehr seien die Autos. Eine Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit von generell 50 auf 30 innerorts reduziere den Lärm, sagt Hasler. Allerdings sei die Umsetzung von Tempo 30 auf Hauptstrassen kein leichtes Unterfangen. Denn mit dem Aufstellen einer 30er-Tafel sei’s nicht getan. Es brauche Massnahmen, sagt Hasler. Eine davon wäre, alle 50 Meter einen Blechpolizisten aufzustellen, welche die Automobilisten von schnellerem Fahren abhielten. Doch das sei keine gute Lösung. Weitere mögliche Eingriffe wären baulicher Natur. Anders als in Quartieren könnten aber auf Hauptstrassen keine Schwellen eingebaut oder Blumentröge aufgestellt werden. Solche Hindernisse würden wohl den Individualverkehr von den Hauptstrassen in Quartiere verlagern und beeinträchtigten den ÖV.

Es gibt eine Grauzone

In der Stadt St. Gallen gibt es auch auf Strassen Tempo-30-Abschnitte, die gemäss Richtplan dem übergeordneten Strassennetz zugeteilt sind. Christian Hasler spricht von einer «fachlichen Grauzone», in der die Auslegung, ob eine Sammelstrasse Teil des übergeordneten Netzes sei oder nicht, eine Sache des Ermessens sei. Diese Frage war gemäss Hasler auch Anlass für umfangreiche Diskussionen bei der Erarbeitung des Richtplans.

Wenn in der Stadt von Hauptverkehrsachsen gesprochen werde, seien die Rorschacher Strasse, die Teufener Strasse, die Zürcher Strasse oder die Langgasse gemeint. Der Vorstoss Gregor Rutz’ ist in den eidgenössischen Räten noch nicht durch. Als Nächstes kommt das Geschäft in die zuständige Kommission des Ständerates. Auch wenn das Begehren angenommen und der Handlungsspielraum der Städte eingeschränkt wird, glaubt Hasler nicht, dass die Stadt bestehende Tempo-30-Zonen aufheben müsste, da diese nicht Hauptstrassen zugeordnet seien.

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