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VERKEHR: Kanton enttäuscht Gossau

Die Stadt Gossau soll ihr Verkehrsproblem selber lösen, sagen Experten des Kantons. Für viele sind diese Aussagen eine herbe Enttäuschung.
Sebastian Schneider
Das Verkehrsproblem im Gossauer Ortskern ist laut Verkehrsexperten des Kantons hausgemacht. (Bild: Hanspeter Schiess)

Das Verkehrsproblem im Gossauer Ortskern ist laut Verkehrsexperten des Kantons hausgemacht. (Bild: Hanspeter Schiess)

Sebastian Schneider

sebastian.schneider@tagblatt.ch

Es ist eine bittere Pille, die Gossauer Stadtbewohner schlucken müssen. Nach jahrzehntelangem Ringen um eine Lösung zur Entlastung des Ortskerns resultiert nichts. Sämtliche Varianten, die geprüft wurden, sind zu wenig wirkungsvoll, wie Kantonsvertreter zusammen mit Stadtpräsident Alex Brühwiler am Stadtapéro bekannt gegeben haben («Tagblatt» von gestern). Die Schlüsse, die aus dem Studium aller 16 Lösungsansätze gezogen wurden, sind für viele Gossauer eine grosse Enttäuschung. Besonders hart getroffen hat die Nachricht Willi Braun von der IG Langfristverkehr. Jahrelange kämpfte der 84-jährige Unternehmer für seine Lösung, die Umfahrung Nord. Nun aber ist selbst der redselige Kämpfer wortkarg. Auf Anfrage sagt er lediglich: «Ich bin in einer Schockstarre.»

Fachgeschäfte haben Lastwagen im Visier

Der Durchgangsverkehr durch Gossau betrage gerade einmal 15 Prozent, betonte Brühwiler am Samstag. Bereits am Stadtapéro im Jahr zuvor hatte er gesagt, das Problem sei «hausgemacht». In erster Linie müsse sich das Verhalten der Gossauerinnen und Gossauer ändern, war denn auch das Fazit an der diesjährigen Präsentation. Eine gewisse Resignation in der Politik war bereits im Stadtratswahlkampf vergangenen Herbst zu spüren, als etwa Flig-Kandidat Stefan Harder vor 500 Zuschauern am Podium sagte, «das Problem sind wir selber».

Doch nicht alle wollen hier ansetzen: «Das Verhalten bei den Leuten einfach so zu ändern, ist schwierig», sagt Julian Stoob, Vorstandsmitglied der Fachgeschäfte Gossau und Geschäftsführer der «Sonnendrogerie». Seine Vereinigung stehe mit der Stadt in regelmässigen Kontakt. Persönlich sind Stoob vor allem die Lastwagen ein Dorn im Auge. Man habe sich einmal auf Sperrzeiten für Lastwagen geeinigt. Heute hielten sich viele Fahrer aber nicht mehr daran. Der Stadtrat müsse wieder einmal mit den Grossverteilern verhandeln, findet Stoop. Obschon er auch sagt: «Den grossen Wurf habe ich vom aktuellen Stadtpräsidenten auch nicht mehr erwartet.»

Bestätigung für SVP-Martin und SP-Blumer

Der gewählte Stadtpräsident Wolfgang Giella sagt auf Anfrage nicht viel. Selber war er auch am Stadtapéro. Er habe den Entscheid zur Kenntnis genommen, könne im Moment aber nicht tiefer ins Detail gehen, sagt er mit dem Hinweis auf seinen Amtsantritt Anfang Juni.

Politisch bestätigt dürfen sich vor allem zwei Akteure finden: SVP-Stadträtin Claudia Martin sagte im Wahlkampf, man dürfe den Verkehr nicht verteufeln und doppelte am Podium nach: Die Autos bedeuteten auch, dass die Stadt lebe und dass Handel betrieben werde. Seine Freude zum Ausdruck hat bereits SP-Kantonsrat Ruedi Blumer gebracht. Er sieht sich darin bestätigt, dass der Langsamverkehr in Gossau aktiver gefördert werden muss. Mit diesem Thema hat Blumer gar Verbündete aus der Wirtschaft: Die Fachgeschäfte pochen beim Stadtrat auf eine rasche Umsetzung der Massnahmen für den Langsamverkehr.

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