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VERKEHR: Gas geben für die Velos

Bis Ende 2018 will die Stadt über 100 Massnahmen zur Verbesserung des Langsamverkehrs umsetzen. Bei den zwölf Schlüsselprojekten wird die Zeit aber knapp. VCS und Pro Velo kann’s kaum schnell genug gehen.
Luca Ghiselli

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch

Das Agglomerationsprogramm der Region St. Gallen-Bodensee ist in der Halbzeit. Rund ein Viertel der über 100 Massnahmen auf St. Galler Stadtgebiet wurden bereits umgesetzt oder befinden sich im Bau (Ausgabe von gestern). Trotzdem bleibt aber noch viel zu tun. Im Programm sind zwölf Schlüsselprojekte definiert. Hinzu kommt die Velostation Hauptpost. Ein Blick auf den Stand dieser Projekte zeigt: Bisher konnten sie nur ansatzweise umgesetzt werden. Fertig ist bisher einzig die Veloachse Bahnhof Nord und die Velostation Hauptpost. Für vier weitere Projekte wurde ein Bauprojekt ausgearbeitet – sie stehen also kurz vor der Umsetzung.

Bund streicht Gelder nicht sofort

Dazu zählt die Velo- und Fussgängerverbindung von der Oberstrasse über die Ruckhalde auf der heutigen Gleisführung der Appenzeller Bahnen, die Schönbüel­achse im Osten, die Veloverbindung Winkeln–Herisau im Westen und die Erweiterung des Velo- und Fussgängerwegs auf der Sitterbrücke (siehe Grafik). Für die übrigen Projekte existieren bis anhin nur Ideenskizzen. Anlass zur Sorge sei das aber nicht, sagt Baudirektorin Maria Pappa. «Im Vergleich zu anderen Regionen sind wir gut in der Zeit.» Zudem sei nicht davon auszugehen, dass der Bund seine finanzielle Beteiligung an den Projekten sofort streicht, sollten einige Schlüsselprojekte bis Ende nächsten Jahres nicht fertig werden. «Es könnte aber Auswirkungen auf das Agglomerationsprogramm der dritten Generation, dessen Umsetzung 2019 beginnt, haben», sagt Pappa.

Die Verbesserung ist wahrnehmbar

Dass die einzelnen Projekte viel Zeit beanspruchen, habe mit dem politischen Prozess zu tun. Hinzu komme, dass zahlreiche Projekte parallel laufen. «Jede einzelne Massnahme wird durch den Stadtrat gesichtet.»

Kaum schnell genug gehen kann’s hingegen dem VCS St. Gallen-Appenzell. «Wir haben eine wahrnehmbare Verbesserung für den Velo- und Fussverkehr feststellen können, seit einzelne Massnahmen des Agglomerationsprogramms umgesetzt wurden», sagt Co-Präsidentin Doris Königer. Die Verwaltung sei nun auch sensibilisierter und leiste gute Arbeit. So sei zum Beispiel im Tiefbauamt eine zusätzliche Stelle geschaffen worden. «Der Nachholbedarf in der Stadt ist aber derart gross, dass es in unseren Augen zu langsam vorwärtsgeht.» Man spüre den politischen Willen zur Verbesserung des Langsamverkehrs mehr als auch schon, ist Königer überzeugt. Nun sei es angezeigt, die ausstehenden Projekte zügig und mit Elan umzusetzen.

Pläne scheinen ins Stocken geraten zu sein

Barbara Germann, Präsidentin von Pro Velo St. Gallen-Appenzell, schlägt ähnliche Töne an. «Wir begrüssen die Umsetzung des Agglomerationsprogramms und anerkennen die Leistung der Fachleute», sagt sie. Trotzdem gebe es einige wichtige Projekte, welche noch nicht so weit seien wie nötig, um den Spatenstich fristgerecht bis Ende 2018 durchzuführen. Dazu zählt Germann bei den Schlüsselprojekten unter anderem die Verbindung Riethüsli–Güterbahnhof. «Leider wurde die Querung der Oberstrasse mittels Anbau an die neue Brücke der Appenzeller Bahnen nicht geprüft – dadurch ist das wichtigste Teilstück dieser Verbindung gefährdet.»

Handlungsbedarf sieht Germann auch bei der geplanten Passerelle für den Fuss- und Veloverkehr über den Bahnhof St. Fiden, dem Velotunnel bei der Kreuzbleiche oder der Öffnung der Bahnhofstrasse in beide Richtungen. «Es scheint, dass die Pläne hierfür ins Stocken geraten sind», sagt Germann. Für die zweite Hälfte der Umsetzungsphase des Agglomerationsprogramms wünsche sich Pro Velo einen weiteren Schub. «Nur so kann der Finanzierungsanteil des Bundes von 40 Prozent auch sicher eingefordert werden», sagt Germann. Ab 2019 steht dann das Agglomerationsprogramm der dritten Generation mit rund 90 Projekten im Agglomerationsgebiet an.

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