Verkauf Steigschulhaus gut überdenken

Drucken
Teilen

Waldkirch bewegt und begeistert nicht nur sportlich. In unserer lebhaften Gemeinde ist immer etwas los, das die Aufmerksamkeit der Bürger bewegt. Viele haben konkrete Meinungen und treffen Entscheidungen, machen aber oft auch die Faust im Sack.

Waldkirch baut für circa 17 Millionen Franken ein neues Schulhaus. Super, können wir gut gebrauchen. Dafür wird aber ein Gebäude mit Wohnung abgebrochen und ein weiteres, charakterstarkes Objekt in der Steig zum Verkauf angeboten. Zurzeit werden in diesem Gebäude Kindergartenkinder betreut. Private Personen oder Organisationen sollen es verkraften können, die Liegenschaft zu unterhalten und zu betreiben, die Gemeinde soll es nicht mehr können oder wollen.

Ist es richtig, dass ein stattliches Gebäude mit wunderschönem Kinderspielplatz im Zentrum des Dorfes – das zweitmarkanteste Gebäude, das der Gemeinde, sprich Öffentlichkeit gehört – veräussert wird, wenn weiterhin noch Platzangebote für Institutionen und Vereine Rarität, ja sogar Mangelware sind? Liebe Bürgerinnen und Bürger, melden Sie Ihre Bedürfnisse und Interessen auf der Gemeindeverwaltung an. Die Behörden nehmen Anregungen sicher dankbar entgegen.

Die Spielgruppenkinder müssen zurzeit mit Privatautos der Eltern in den Oberwald gefahren werden. Ökologisch und umweltverträglich kaum zu verstehen. Für diese Institution würde sich das ehemalige Sekundarschulhaus in der Steig doch sicher bestens eignen.

Auch wenn die Kindertagesstätte Fiorino weiterhin ausgebaut werden soll, wäre ein Standort in der Steig sicher der idealere Ort als der heutige Platz an der Bernhardzellerstrasse, wo in Sachen Zufahrt und Parkplatz kaum zwei Autos wenden oder parkieren können und auch öfters rückwärts in eine stark befahrene Kantonsstrasse einbiegen müssen.

Da die Platzverhältnisse für ein zukünftiges Ortsmuseum noch nicht geklärt sind, wäre ein Angebot in der Steigliegenschaft sicher eine Option.

Aus all diesen Gründen ist eine Veräusserung der Liegenschaft Steig gut zu überdenken und der gesunde Menschenverstand nicht zu vernachlässigen. Wenn schon für zig Millionen ein Neubau erstellt werden kann, sollte auch für eine sanfte Renovation der Steig ein Betrag zur Verfügung stehen.

Ich hoffe, dass diese Gedanken in den weiteren Prozessverlauf einfliessen, damit die Liegenschaft nicht veräussert wird, sondern der Gemeinde erhalten bleibt und weiterhin der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Ein so markantes Schulgebäude im Dorfkern verkauft man doch nicht so schnell. Es scheint, als ob die Gemeinde noch rasch einfaches Geld beschaffen möchte.

 

Otto Hengartner Bernhardzellerstr. 19 b, 9205 Waldkirch