Verführungen, Gespenster und LEDs

Im September findet nach zwei Jahren Pause wieder die Museumsnacht statt. Am Konzept wurde nicht viel geändert. Neu sind gewisse Lokale, die Werbung und ein «Gast».

Tobias Hänni
Merken
Drucken
Teilen

Kunst, Musik und Tanz bis spät in die Nacht: Nachdem sich die Veranstalter der Museumsnacht im letzten Jahr eine «kreative Denkpause» auferlegt haben, öffnen in diesem Jahr wieder zahlreiche Museen und Galerien spätabends ihre Türen. Am 10. September kann in 38 Institutionen quer durch die Stadt bis ein Uhr morgens geschaut, gestaunt, flaniert und ausprobiert werden.

Musik und Licht im Bleicheli

Die Veranstalter haben die Museumsnacht für deren siebte Ausgabe nicht neu erfunden. Sie halten sich an den «altbewährten Kern», wie sie in einer Mitteilung schreiben. Zu diesem gehören die üblichen Verdächtigen. Etwa das Historische und Völkerkundemuseum, das Kunstmuseum, die Stiftsbibliothek oder das Textilmuseum. Auch auf öffentlichen Plätzen wird während der Museumsnacht Spezielles geboten. So wird die Stadtlounge im Bleicheli durch Licht, Musik und künstlerische Darbietungen «inszeniert».

Wie bisher kommen auch Kinder und Jugendliche an der Museumsnacht nicht zu kurz. Im Historischen und Völkerkundemuseum können sie auf Gespenstersuche gehen, im Naturmuseum nach Versteinerungen graben.

Ein feuerspuckender Silo

Zu den altbekannten Institutionen gesellen sich dieses Jahr auch solche, die erst seit kurzem auf der städtischen Kulturlandkarte zu finden sind. Dazu gehören das Kaffeehaus im Linsebüel, die Galerien «Tartar Kunstformen» an der Hinteren Poststrasse, «Neinundaber» an der Lämmlisbrunnenstrasse sowie der «Kunstkiosk» an der Rorschacher Strasse.

Zu den diesjährigen «Newcomern» zählt auch die Lokremise. Zentral gelegen könnte sie mit einer Rauminstallation des japanischen Künstlers Tatsuo Miyajima aus LED-Leuchten und einer «monumentalen Modelleisenbahn» zu einem Schwerpunkt der Museumsnacht werden. Ebenfalls ein Publikumsmagnet dürfte «le silo» werden. Dabei handelt es sich um ein riesiges feuerspeiendes Stahlsilo, das auf dem Vorplatz des Historischen und Völkerkundemuseum aufgestellt wird.

St. Gallen-Bodensee Tourismus wiederum bietet «Stadt(ver)führungen» an. Auf den Altstadtführungen «Vom weissen Gold» wird gezeigt, wie die Textilindustrie die Stadt auch architektonisch geprägt hat. Die je einstündigen Führungen beginnen beim Bahnhof und enden passenderweise vor dem Textilmuseum.

Werbung auf Abfallsäcken

Eine Neuerung, die aus der «Kreativpause» hervorgegangen ist: Künftig wird jeweils eine Gastinstitution «Schätze zeigen, die sonst verborgen bleiben». In diesem Jahr ist es die Kantonalbank, welche in ihrer Eingangshalle einzigartige Stücke der St. Galler Textilgeschichte ausstellt. Der «Gast» ersetzt den Fil rouge – jenen künstlerischen roten Faden, der den vergangenen Museumsnächten einen thematischen Rahmen verliehen hat.

Neu ist auch die Werbung für die Museumsnacht. So wird ab diesem Jahr mit speziell gestalteten St. Galler Abfallsäcken für den Anlass geworben.