Verein Starke Volksschule kämpft für St.Galler Harmos-Ausstieg

Der Kanton St.Gallen soll aus dem HarmoS-Konkordat zur Harmonisierung der Volksschule wieder aussteigen. Dies fordert der überparteiliche Verein Starke Volksschule St.Gallen mit einer am Dienstag lancierten Initiative. Diese zielt auch gegen den Lehrplan 21.

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Der Verein Starke Volksschule St.Gallen will eine solide, verantwortungsvolle Pädagogik an den Volksschulen. (Bild: Keystone)

Der Verein Starke Volksschule St.Gallen will eine solide, verantwortungsvolle Pädagogik an den Volksschulen. (Bild: Keystone)

Es sei «Zeit, endlich einen Stopp der unglaublichen Schul-Bürokratie in die Wege zu leiten», sagte Vereins-Vizepräsident Heinz Herzog an einer Medienkonferenz. Herzog ist Schulpräsident in Thal und parteilos. Der Verein Starke Volksschule, mit rund 70 Mitgliedern und Sympathisanten, sei sehr breit abgestützt, sagte Herzog.

Mit der Initiative kämpft der Verein nicht gegen eine vernünftige Schulharmonisierung, sondern gegen den «geldverschwenderischen Reform-Leerlauf». Statt dessen brauche es eine Rückkehr zu «solider, verantwortungsvoller Pädagogik an unseren Volksschulen», schreiben die Initianten.

Überforderte Kinder und Lehrkräfte
Ihre Kritik richtet sich gegen die Tausenden von Kompetenzen, die im Lehrplan 21 beschrieben sind. Diese seien umständlich formuliert, ideologisch geprägt und überforderten die Kinder, die Lehrerinnen und Lehrer. Es fehlten verständliche Jahresziele, was bei Wohnorts− und Schulwechseln zu Problemen führe.

Der HarmoS-Austritt soll auch ermöglichen, dass an den St.Galler Primarschulen künftig nur noch eine statt zwei Fremdsprachen unterrichtet werde. Studien zeigten, dass das frühe Erlernen einer Fremdsprache keine entscheidenden Vorteile bringe, argumentiert der Verein Starke Volksschule.

Zweite Initiative ungültig erklärt
Damit die Initiative zustande kommt, braucht es 4000 Unterschriften. Mit einer zweiten Initiative wollte der Verein den Lehrplan 21 im Kanton St.Gallen direkt verhindern. Die Regierung hat diese Initiative aber ungültig erklärt, sagte Vereinspräsident Michael Fitzi, Vize-Schulpräsident in Thal und CVP-Mitglied.

Nach Ansicht der Regierung könne die kantonale Gesetzgebung zum Lehrplan nicht geändert werden, solange der Kanton dem HarmoS-Konkordat angehöre, erklärte Fitzi. Den Ungültigkeits-Entscheid der Regierung haben die Initianten vor Verwaltungsgericht angefochten. Der Fall ist dort hängig.

Sarah Bösch aus St.Gallen koordiniert die Unterschriftensammlung für den HarmoS-Austritt. Als Mutter einer dreijährigen Tochter mache sie sich «ernsthaft Sorgen über unsere traditionelle Volksschule», sagte Bösch, die der SVP angehört. (sda)