Verein Pontem hat genug

Seit acht Jahren besteht das Herisauer Kulturlokal Pontem. Nun haben die Betreiber genug. Sie beschliessen, ab kommendem Sommer keine Events mehr zu organisieren.

Karin Erni
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Florian Schneider Vereinspräsident Pontem – Kultur am Viadukt (Bild: apz)

Florian Schneider Vereinspräsident Pontem – Kultur am Viadukt (Bild: apz)

HERISAU. Das Kulturlokal im Herisauer Industriegebiet Hölzli wird seit acht Jahren vom Verein Pontem betrieben. In einer Mitteilung schreiben die Exponenten, dass sie ab Sommer 2016 keine Events mehr durchführen werden. Sie äussern sich enttäuscht darüber, dass sie von der Gemeinde nicht unterstützt und von Bevölkerung und Gewerbe angefeindet worden seien.

Über 500 Bands

Für Präsident Florian Schneider ist klar: «Ein grosser Teil der Herisauer Bevölkerung will uns nicht.» Das «Pontem» sei zu einem wichtigen Teil der Kulturlandschaft geworden. Über 500 Bands aus der ganzen Welt seien hier aufgetreten. Gemäss Kassier Raouf Selmi hielten sich in Herisau Gerüchte, wonach das «Pontem» dem Steuerzahler auf der Tasche liege. Das stimme aber nicht, sagt Selmi. «Wir haben uns immer selber über Wasser gehalten.» Lediglich vom Kanton habe man einmal einen kleineren Beitrag aus dem Lotteriefonds erhalten. Die alljährlichen Gesuche bei Kanton und Gemeinde seien dagegen unbeantwortet geblieben oder mit der Begründung des mangelnden öffentlichen Interesses abgelehnt worden.

Festival als Auslöser

Die grösste Veranstaltung, die der Verein in seiner Geschichte organisierte, war das Bridge Blast Metalfestival im September. Es hatte 1200 Besucher angelockt. Die Folge sei eine «verärgerte Gemeinde Herisau» gewesen, sagt Selmi. Daran mag sich Gemeindepräsident Renzo Andreani indes nicht erinnern. «Es ist alles in einem guten Rahmen abgelaufen.» Die Gemeinde habe dem Gesuch um Verlängerung stattgegeben. Sie habe einzig auf die Zündung des Feuerwerks um 22 Uhr bestanden. Er habe zwar einige Klagen aus der Bevölkerung erhalten wegen des Lärms. «Wir haben die Grenzwerte polizeilich überprüfen lassen. Sie sind eingehalten worden. Das Ausmass der Immissionen schien uns vertretbar.»

Verein bleibt bestehen

Der Verein Pontem bleibe weiterhin bestehen, und der Raum könne weiterhin gemietet werden, sagt Florian Schneider. Er ist froh, dass er nun erst einmal durchatmen kann. «Wir haben jahrelang unsere gesamte Freizeit und grosse finanzielle Mittel in den Verein investiert. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.»

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