Verein fordert mehr als Lippenbekenntnis

Drucken
Teilen

BewilligungspraxisNacht-Gallen ist enttäuscht darüber, dass das Weihern-Festival im Herbst in der Grabenhalle stattfinden muss. Den Behörden wirft der Verein Willkür vor. Nacht-Gallen ist eine 2013 gegründete Interessengemeinschaft von Gastronomie- und Kulturbetrieben sowie Veranstaltern, die das Nachtleben der Stadt mit ihren Angeboten bereichern wollen. Scharfe Worte findet der Verein in einer Mitteilung zu den Ereignissen rund ums Weihern-Festival. Nacht-Gallen hat «mit Unverständnis» die Vorfälle zur Kenntnis genommen, die zur Verschiebung des Festivals vom Familienbad Dreilinden in die Gra­benhalle geführt haben. Die Schuld sieht der Verein bei den Behörden.

Nachdem 2016 acht Lärmklagen gegen das Festival eingegangen seien, habe sich die Stadt Anfang April mit den Veranstaltern auf s Drehen der Bühne zum Freudenberg hin als zusätzliche Massnahme geeinigt. Nur einen Monat später seien dem Organisator neue Lärmschutzziele aufgetischt worden. Diese seien «weltfremd» gewesen und hätten ihn «letztlich in die Knie gezwungen». Mit der Verschiebung des Festivals in die Halle entfällt für Nacht-Gallen ein liebevoll gestaltetes Festival für Gross und Klein. Und dies, weil es ein paar wenige gestört habe. Die Stadt gewichte offenbar deren Interessen höher als einen Anlass für viele.

Bewilligungspraxis konservativ und willkürlich?

Leider habe die konservative Bewilligungspraxis der städtischen Behörden System, wird in der Mitteilung kritisiert. Bewilligungen würden oft gar nicht ausgestellt oder mit Auflagen, die den Veranstaltern keine andere Möglichkeit liessen, als den Anlass am Ende doch nicht durchzuführen. Das ist für Nacht-Gallen stossend und grenzt «an Willkür». Ins gleiche Kapitel gehöre «der masslos übertriebene Einsatz der Stadtpolizei aufgrund der Lärmklagen» bei der Austragung 2016.

Im konkreten Fall reicht es für den Verein Nacht-Gallen nicht, wenn die Stadtregierung betont, wie grundsätzlich wichtig das Weihern-Festival aus seiner Sicht sei. Solange einzelne Angehörige der Stadtverwaltung dem entgegenwirkten, verkämen solche Worte «zu reinen Lippenbekenntnissen». Ein klares Bekenntnis der Stadtbehörden zum Weihern-Festival, «das auch ein Bekenntnis zu einer offenen und lebendigen Stadt wäre», sieht gemäss Mitteilung für den Verein Nacht-Gallen anders aus. (pd/vre)

Aktuelle Nachrichten