Verdacht auf Brandstiftung

WITTENBACH. Ein Feuer hat am Montag die Räume der Flugschule Aerocenter in Wittenbach zerstört. Inhaber Michael Kobler geht davon aus, dass Einbrecher den Brand legten. Die Existenz der Firma sei nicht in Gefahr.

Linda Müntener
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Das Feuer wütete im Büro und in der Werkstatt. (Bild: Linda Müntener)

Das Feuer wütete im Büro und in der Werkstatt. (Bild: Linda Müntener)

Ein beissender Geruch steigt in die Nase. Am Boden liegen verbrannte Flyer. Auch die Möbel sind verkohlt, die Decke ist schwarz. Das Feuer hat in den Räumen der Gleitschirm-Flugschule Aerocenter in Wittenbach stark gewütet. Aber nicht nur der Brand hat seine Spuren hinterlassen: Die Kasse wurde aufgebrochen. «Es fehlen ein paar tausend Franken», sagt Inhaber Michael Kobler und zählt eins und eins zusammen: «Der Verdacht auf Brandstiftung liegt nahe.»

Katastrophe verhindert

Es ist Montagmorgen, kurz nach 5 Uhr, als in der Liegenschaft an der Arbonerstrasse 6 in Wittenbach ein Feuer ausbricht. Die Wohnungsmieter im oberen Stock hören den Feuermelder, schauen nach und entdecken einen Feuerschein unter dem Türspalt. Die alarmierte Feuerwehr Wittenbach ist schnell vor Ort und löscht das Feuer. Kurz darauf informiert die Polizei Michael Kobler. «Ich dachte erst, das ganze Haus sei abgebrannt», erinnert er sich. Dass es nicht so weit gekommen ist, sei vor allem den neuen Fenstern zu verdanken. «Wenn Sauerstoff in die Räume gelangt wäre, stünde das Haus nun vielleicht nicht mehr.»

Zusammenhang nicht bewiesen

Wie Michael Kobler geht auch die Kantonspolizei davon aus, dass im Vorfeld des Brandes in die Liegenschaft eingebrochen worden ist, wie Sprecher Gian Andrea Rezzoli auf Anfrage sagt. Ob zwischen dem Brand und dem Einbruch ein Zusammenhang besteht, wisse die Kantonspolizei aber noch nicht mit Sicherheit. Derzeit ermittle man in diese Richtung. «Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse ist aber davon auszugehen, dass es sich um Brandstiftung handelt.»

Nicht nur in den Räumen der Gleitschirm-Flugschule, sondern auch in den benachbarten Wohnungen und Geschäftsräumen entstand Rauchschaden. «Der Rauch gelangte in jede kleinste Ritze und zog auch in benachbarte Räume», sagt der Sprecher der Kantonspolizei. Michael Kobler beziffert seinen Schaden mit «mindestens 100 000 Franken». Genau könne er die Lage aber erst einschätzen, wenn er die Räume wieder betreten dürfe. Noch sind diese wegen Ermittlungen der Polizei abgesperrt.

Betrieb im Provisorium

Die Existenz seiner Flugschule sei aber nicht in Gefahr, sagt Kobler. «Wir sind schliesslich kein Produktionsbetrieb, sondern eine Schule.» Und Kobler hatte Glück im Unglück: Sämtliche Daten auf den PCs blieben unversehrt. «Obwohl der Drucker nur wenige Meter daneben komplett verschmolzen ist.» Seine Flugschule leitet er nun in anderen Räumen der Liegenschaft, die er sonst untervermietet. Den Betrieb seines Test-Centers muss er aber für mehrere Monate einstellen. Die Werkstatt mit Messinstrumenten, Nähmaschinen und anderen Werkzeugen ist wie das Büro komplett ausgebrannt.