Verbunden im Handwerk

Drei Kunstschaffende, drei Themen und drei Maltechniken: In der Kellergalerie im Schloss Dottenwil findet diesen Samstag die Vernissage zur Ausstellung «Mal 3» statt.

Christoph Renn
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Sylvia Geel, Claudia Züllig und Daniel Stiefel stellen gemeinsam in der Kellergalerie im Schloss Dottenwil aus. (Bild: Samuel Schalch)

Sylvia Geel, Claudia Züllig und Daniel Stiefel stellen gemeinsam in der Kellergalerie im Schloss Dottenwil aus. (Bild: Samuel Schalch)

Noch stehen die Bilder am Boden, einige sind noch sorgfältig eingepackt. Die drei Kunstschaffenden Sylvia Geel, Claudia Züllig und Daniel Stiefel richten ihre Ausstellung «Mal 3» in der Kellergalerie im Schloss Dottenwil ein. Bis zur Vernissage diesen Samstag, 17 Uhr, bleibt ihnen jedoch noch Zeit. Und diese nehmen sich die drei, um die besten Plätze in den hellen oberen Räumen oder im Keller für ihre Kunstwerke zu finden.

Sylvia Geel, Claudia Züllig und Daniel Stiefel kennen sich aus vergangenen gemeinsamen Zeiten an der Schule für Gestaltung im Riethüsli. Dort haben sie unter anderem Illustration, Zeichnen, Skizzieren und Malen unterrichtet. Sie haben der jungen Künstlergeneration die Grundlagen gelehrt. Und die künstlerischen Grundlagen, das Handwerk, stellen sie denn auch in den Mittelpunkt ihrer Ausstellung: «Das heisst jedoch in keinster Weise, dass die Bilder nicht zeitgenössisch und modern sind», sagt Sylvia Geel. Es gebe an der Ausstellung nicht wie gewohnt ein Oberthema. «Wir haben jedoch alle dieselbe Grundeinstellung zum Handwerk», sagt Claudia Züllig. «Unserer Kunst darf keine Grenzen gesetzt werden, nur weil die richtigen Handgriffe nicht sitzen.»

Das Handwerk immer weiter perfektionieren

Als Leitfaden diene der Roman «Die Möwe Jonathan»: «Die Möwe perfektioniert zuerst das Fliegen, dann entwickelt sie sich weiter», sagt Stiefel. So gehe er auch seine Kunst an. Zuerst müssen die Grundlagen sitzen, dann kann man seine Fertigkeiten verfeinern und erweitern. «Ausgelernt hat man nie. Es gibt immer Neues zu entdecken.» Stiefel hat diese Erfahrung erst kürzlich in den Bergen auf einer Alp gemacht, wo auch seine Bilder für die jetzige Ausstellung im Schloss Dottenwil entstanden sind. Die Bilder sind aus Asphalt auf Papier. «Ich musste zuerst herausfinden, wie die beste Technik funktioniert, um meine Vorstellungen umsetzen zu können.» Dann habe er das Handwerk immer weiter perfektioniert. Das Resultat ist nun an der Ausstellung zu sehen.

Verletzliches hervorheben

Ebenfalls mit der zeichnerischen und malerischen Technik hat sich Claudia Züllig bei ihren Bildern auseinandergesetzt. «Es sind Annäherungen an flackernde, blinkende Lichtflecken im Geäst», sagt sie. Die Lichtwirkungen seien in den einen Arbeiten durch pointillistische Farbflecken umgesetzt, in anderen durch den Kontrast zwischen Schärfe und Unschärfe.

Wieder einen anderen Ansatz hat Sylvia Geel gewählt. Sie zeigt eine Portraitserie androgyner Personen, die einbandagiert sind. Ihr geht es um Verletzlichkeit, um Demut, Schicksal, aber auch um Hingabe. Sie wählte die exakte Malerei, mit der «ich das Zerbrechliche und Verletzliche am besten hervorheben kann».

Öffnungszeiten: 15. Oktober bis 4. Dezember, Samstag von 14 bis 20 Uhr und Sonntag von 10 bis 18 Uhr; Vernissage: Samstag, 15. Oktober, 17 Uhr. Am 29. Oktober sind die Künstlerinnen und Künstler anwesend. Matinee am 13. November von 10 bis 14 Uhr.