Verbindung der Autobahn geplant

Statt S18 heissen sie CP und E neu: Die zwei Varianten zur Verbindung der Vorarlberger mit der Rheintaler Autobahn. Beide sehen einen Anschluss in St. Margrethen vor, mit einem neuen Zollamt. Gestern präsentierte «Mobil im Rheintal» die Details.

Claudio Donati
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Variante CP: Die von Diepoldsaus Gemeindepräsident favorisierte Autobahnanschluss-Lösung, aber nur ohne das «Schwänzli» unten links. (Bilder: cd)

Variante CP: Die von Diepoldsaus Gemeindepräsident favorisierte Autobahnanschluss-Lösung, aber nur ohne das «Schwänzli» unten links. (Bilder: cd)

Andere organisieren Busreisen an Hockeymatches oder zum Jassplausch. Der Diepoldsauer Gemeinderat lädt die Bevölkerung mit drei Extra-Fahrten nach Lustenau: zur Präsentation von «Mobil im Rheintal», das unter anderem den Zusammenschluss der Rheintaler Autobahnen plant. Zwar reichte ein Bus für die rund 35 Interessierten. Ungefähr gleich viele kamen aber mit dem Velo, wusste Gemeindepräsident Roland Wälter. Die Bürger sollten sich vor Ort ein Bild machen, wie das herrschende Verkehrsproblem in Diepoldsau künftig gelöst werden könnte.

Das Gespenst von einem Autobahnanschluss «Schmitter» sahen sie schnell in Luft aufgelöst. Die Vorarlberger Planer möchten ihre Autobahn dort mit der Rheintaler A13 verbinden, wo seit Jahren Barrikaden das Ende einer Strasse besiegeln: beim gescheiterten S18-Anschluss in St. Margrethen.

Autobahn-Treff St. Margrethen

Zwei Varianten stehen nun noch zur Debatte: E neu oder CP. E neu führt von Wolfurt beim «Sender» am Rand des Naturschutzgebiets vorbei nach St. Margrethen. CP verläuft am Messepark Dornbirn und dem Lustenauer Siedlungsrand vorbei zur Grenze. Dort soll in jedem Fall ein neues Zollamt entstehen, das die anderen entlastet.

Das Regionalforum «Mobil Rheintal» hat das Kosten-Nutzen-Verhältnis der beiden Projekte errechnet. Dabei bevorzugt es E neu. Die Kosten liegen zwar bei voraussichtlich 295 Millionen Franken. Das Verhältnis liegt aber mit 1,87 um 0,1 über dem Modell CP, das rund 215 Millionen kosten würde.

Das «Schwänzli» muss ab

Trotzdem: Diepoldsaus Gemeindepräsident Roland Wälter, der nebst St. Margrethens Reto Friedauer im Komitee dabei war und wohl mit beiden Varianten leben kann, plädiert für die CP-Umfahrung, die der Gemeinde näher kommt. So werde der Verkehr am Diepoldsauer Zoll entlastet. Die andere Variante würde gemäss Berechnungen mehr Verkehr ins Dorf bringen. Zudem: Wälter will die CP-Variante nicht in der jetzigen Form. Das «Schwänzli» muss noch ab. Jenes, das die neue Strasse in Lustenau mit der Verbindung nach Diepoldsau zusammenführen würde. «Das würden wir nicht akzeptieren.» Wichtig ist Wälter auch, dass flankierende Massnahmen wie verbesserte Zollabfertigung und ein anderes Lenkungssystem ergriffen werden. Welche Variante sich am Ende durchsetzen wird, ist noch offen. Ende Mai übergibt das Regionalforum «Mobil im Rheintal» die Schlussempfehlung an die Landesregierung. Diese entscheidet spätestens im Herbst.

Nach dem Informations-Marathon sagte ein angereister Diepoldsauer vor der Schlussdiskussion: «Mir ist egal, welche Lösung es gibt. Hauptsache, es gibt eine.»

Variante E-neu: Die von «Mobil im Rheintal» favorisierte Lösung führt entlang des Naturschutzgebiets zum neuen St. Margrether Zollamt.

Variante E-neu: Die von «Mobil im Rheintal» favorisierte Lösung führt entlang des Naturschutzgebiets zum neuen St. Margrether Zollamt.