VERÄNDERUNG: Kirche sucht neue Wege

Bauprojekte, Neuorganisation und Ersatzwahlen: Die Katholische Kirchgemeinde Gossau ist im Wandel. Sogar der Lehrplan 21 tangiert die Kirche.

Angelina Donati
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Die drei noch verbleibenden über 100-jährigen Blutbuchen werden bald auf ihren Zustand überprüft. (Bild: Ralph Ribi)

Die drei noch verbleibenden über 100-jährigen Blutbuchen werden bald auf ihren Zustand überprüft. (Bild: Ralph Ribi)

Angelina Donati

angelina.donati@tagblatt.ch

Beinahe an jeder zweiten Versammlung, die er in fünf Jahren geführt hat, ging es unter anderem auch um neue Bauprojekte, wie Ruedi Manser, Präsident des Verwaltungsrats der Katholischen Kirchgemeinde Gossau, sagt. Gut 50 Personen haben sich am Dienstagabend im Pauluszentrum eingefunden, um die Traktanden der Bürgerversammlung vorzubesprechen.

Auch dieses Mal stellt die Kirchgemeinde Bauprojekte in Aussicht. So soll bereits im Mai mit der Sanierung der Kaplanei an der Merkurstrasse gestartet werden. Die Liegenschaft sei fast 100-jährig und der Bau «ein Gebastel», stellt Thomas Graf, Kirchenverwaltungsrat, fest. Die Kirchgemeinde will die Räume in drei 3,5-Zimmer-Mietwohnungen umfunktionieren. Auch Fassade und Garagenboxen werden renoviert. Die Sanierungskosten, die auf rund 1,7 Millionen Franken geschätzt werden, sollen mit eher hohen Mietpreisen von monatlich rund 2300 Franken wieder wettgemacht werden. Ein Neubau hingegen würde sich wegen der Einhaltung der Grenzabstände nicht lohnen, wie Ruedi Manser erläutert.

Das Marienheim an der Quellenhofstrasse soll ebenfalls einer neuen Nutzung zugeführt werden. Noch in diesem Jahr wird mit einer Machbarkeitsstudie abgeklärt, welche Variante am besten geeignet ist: Abbruch, Neubau oder Sanierung mit Anbau.

Überlegungen müssen auch bezüglich den über 100-jährigen Blutbuchen im Andreaspark gemacht werden. Weil ein grosser Ast abbrach und daraufhin Pilzbefall festgestellt wurde, musste im vergangenen September einer der vier Bäume gefällt werden. Ein Fachmann soll demnächst überprüfen, wie es um die verbleibenden Buchen steht.

Projekte von Anfang bis zum Ende begleiten

Nebst den Bauprojekten und den üblichen Traktanden mit Rechnungsabschluss und Budget machte der Kirchenverwaltungsratspräsident an der Versammlung deutlich, dass sich die Kirche generell in einem Wandel befindet. Aktuell wird über die Organisationsstruktur der Seelsorgeeinheit Gossau diskutiert. Nach Möglichkeit soll bis Ende Dezember 2018 ein Zweckverband oder eine Vereinigung gegründet werden. Ausserdem stimmen die Bürger an der ordentlichen Versammlung über Ersatzwahlen im Verwaltungsrat ab. Ruedi Manser will sein Amt in jüngere Hände geben. «Ich bin gegen Sesselkleber. Man soll den Jungen Platz machen», sagt der 67-Jährige. Für ihn stand von Anfang an fest, dass sich sein Engagement auf sechs Jahre beschränkt, und er hatte dies auch so kommuniziert. Der Zeitpunkt jetzt, mitten im Jahr, begründet er mit dem Abschluss des Projekts Andreaszentrum mit der Sana Fürstenland und dem Wechsel im Team. «Es ist erwiesen, dass man motivierter ist, wenn man ein Projekt von Anfang bis zum Ende begleitet», sagt er im Hinblick auf das bevorstehende Bauprojekt Marienheim. Als Präsident nominiert wurde Mattias Fürer. Auf die zwei langjährigen Mitglieder des Kirchenverwaltungsrats, Alexandra Eigenmann und Nik Lehmann, sollen Monica Mosberger und Marcel Diethelm folgen.

Im Mai soll an einem Pfarreiabend über die Formen und die Gestaltung der Gottesdienste im Allgemeinen diskutiert werden. Veränderungen machen wegen des Lehrplans 21 selbst bei den jüngsten Bürgern nicht halt: Weil die Schulklassen im Religionsunterricht geteilt werden, muss die Kirche mehr Mitarbeiter aufbieten, was nebst dem Organisatorischen auch mit Mehrkosten verbunden ist.

Bürgerversammlung

Kath. Kirchgemeinde Gossau,

So, 2. April, 10.15 Uhr, Pauluskirche