Veränderte Friedhofskultur

Walter Moser, der Leiter der Rorschacher Stadtgärtnerei, ist täglich mit seinen Mitarbeitern im Friedhof tätig. Er stellt fest, dass sich die Friedhofskultur in den letzten Jahren verändert hat. Besonders der Kult der Familiengräber.

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Walter Moser, der Leiter der Rorschacher Stadtgärtnerei, ist täglich mit seinen Mitarbeitern im Friedhof tätig. Er stellt fest, dass sich die Friedhofskultur in den letzten Jahren verändert hat. Besonders der Kult der Familiengräber. In den bestehenden Gräbern werden nur noch selten Verstorbene dieser Familien bestattet, und jährlich legt Moser nur noch eins bis zwei dieser besonderen Gräber an.

Die Erdbestattungen sind allgemein stark zurückgegangen, die Urnenbestattung wird zur Regel. Im Jahr 2010 waren von 129 Bestattungen im Zentralfriedhof 15 Prozent Erdbestattungen und 85 Prozent Urnenbeisetzungen. Zusätzlich wird die Asche oft abgeholt, um sie an Orten zu verstreuen, die den Verstorbenen lieb waren, zum Beispiel im See oder im Wald. Der Umgang mit dem Tode ist nüchterner geworden. Und doch gibt es viele Menschen, die es schätzen, einen Friedhof in Ruhe zu begehen, um vor den Gräbern oder Urnennischen still der dort Bestatteten zu gedenken. (el.)

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