Velowerkstatt wird Thema im Stadtparlament

Drucken
Teilen

Rettung Der Vorgang ist ungewöhnlich: Vorgestern Dienstag haben die Präsidenten von vier Fraktionen gemeinsam eine dringliche Interpellation im Stadt­parlament deponiert. Und auch das Anliegen des Vorstosses ist nicht alltäglich: Darin erkundigen sich Daniel Kehl (SP/Juso/PFG), Clemens Müller (Grüne/Junge Grüne), Daniel Rüttimann (Grünliberale) und Daniel Stauffacher (CVP), ob die Stadt allenfalls etwas tun kann, um die Projektwerkstatt im Güterbahnhof zu retten. Der Einrichtung, die seit 1994 Personen betreut, die aus dem ersten Arbeitsmarkt gefallen sind, droht das Aus, weil der Kanton ihr die Beiträge streichen will. Die Projektwerkstatt ist in erster Linie aus Kostengründen im Verfahren um die Vergabe ihres Auftrags um weitere vier Jahre der Konkurrenz unterlegen.

Kann und will die Stadt für den Kanton einspringen?

Von der Stadtregierung wollen die Interpellanten wissen, wie sie die Integrationsleistung der Projektwerkstatt beurteilt, die auch die städtischen Velo-Stationen betreut. Weiter wollen sie in Erfahrung bringen, ob sich die Stadt beim Kanton für die Weiterführung der in ihren Augen wertvollen Einrichtung eingesetzt hat. Zudem soll der Stadtrat Stellung nehmen, ob sich die Stadt in irgendeiner Form an der Projektwerkstatt engagieren, ob er ihr allenfalls einen Überbrückungskredit gewähren oder gar mit­helfen kann, sie ohne Kanton weiterzuführen. Und wie stellt sich die Stadt zur Möglichkeit, dem Integrationsprogramm «Kunden» durch das Sozialamt oder andere Stellen zuweisen zu lassen?

Das Aus für die Projektwerkstatt hat in den letzten Wochen nicht nur in Politikerkreisen einigen Wirbel ausgelöst. Die Einrichtung ist anerkannt und beliebt. Sie bietet 35 Arbeitsplätze an, unter anderem beim Reparieren und beim Recycling von Velos oder bei der Betreuung der städtischen Velo-Stationen. (vre)