VELORUNDWEG: Mit dem Velo von Kirche zu Kirche

Zum Jubiläum «500 Jahre Reformation» eröffneten die Evangelisch-reformierten Kirchgemeinden Walzenhausen, Wolfhalden, Heiden, Grub-Eggersriet und Reute-Oberegg einen Wander- und Velorundweg.

Drucken
Teilen
Verstärken Zusammenarbeit: Andreas Ennulat, Carlos Ferrer, Juanita von der Wingern, Martina Tapernoux und Claudia Frigg. (Bild: IKS)

Verstärken Zusammenarbeit: Andreas Ennulat, Carlos Ferrer, Juanita von der Wingern, Martina Tapernoux und Claudia Frigg. (Bild: IKS)

Isabelle Kürsteiner

Mit der Eröffnung des Wander- und Velorundweges und einem Festgottesdienst in Wolfhalden starteten an Auffahrt die Kirch­gemeinden von Walzenhausen, Wolfhalden, Heiden, Grub-­Eggersriet und Reute-Oberegg ihre verstärkte Zusammenarbeit. Pfarrer Andreas Ennulat (Wolfhalden) zeigte Gemeinsamkeiten zwischen 500-Jahre-Refor­mations- und 200-Jahre-Velo-­Jubiläum auf. Beide Ereignisse hätten zu unserer demokratischen Gesellschaft beigetragen. «Die Reformation mit Martin Luther in Deutschland und Ulrich Zwingli in der Schweiz waren der Anstoss für eine neue und selbstbestimmte Mobilität des Denkens und Glaubens. Die Entwicklung des Velos gab dem einzelnen Menschen mehr Mobi­lität», so Ennulat. Dank des Buchdruckes hätten sich die ­Reformationsgedanken damals sehr schnell bis nach St. Gallen verbreitet. Das Lesenlernen für alle und später der obligatorische Schulunterricht seien Kinder der Reformation.

Mobilitätsschub soll Leute zusammenbringen

Nach einem geschichtlichen Rückblick in die Entwicklung der Reformation und des Velos fragte Andreas Ennulat: «Doch welche Erfindungen und Ereignisse werden den kommenden Menschen beeinflussen?» Seine Antwort: «Ich wünsche mir einen Mobilitätsschub, der uns wieder als Menschen näher zusammenbringt, der uns gemeinschaftlich voranbringt, mobilisiert.» Neben Ennulat sprachen an der Feier auch Kirchenvorsteherin Claudia Frigg (Walzenhausen), Sozialdiakonin und Katechetin Juanita van der Wingen (Heiden), Pfarrer Carlos Ferrer (Grub-Eggersriet) und Pfarrerin Martina Tapernoux (Reute-Oberegg).

Beim anschliessenden Refor­mationsapéro zeigte sich die neugewählte Gemeinderätin Karin Steffen (Reute) begeistert von der Idee eines Velorundkurses zwischen den fünf Gemeinden. Der Kurs sei eher etwas streng gemäss Landkarte, das Verbindende aber gut. Gemeinderätin Elisabeth Diener (Walzenhausen): «Ich finde das Projekt gut. In der Zusammenarbeit sind die Kirchen Vorreiter für die politischen Gemeinden.» Gezwungenermassen, aus bekannten Gründen. Vorreiter für die Gründung von politischen Gemeinden seien sie ja auch schon in der Gründungszeit gewesen.

Gemeinderat Martin Engler (Heiden), selber begeisterter ­Velofahrer, fand die Idee speziell, die Reformation mit dem Velo zu verbinden. Er sei gespannt gewesen, wie das verknüpft werde. «Das Verbindende und das Befreiende ist gut. Die Vorderländer Gemeinden sollten mehr zusammenspannen in allen Fällen, aktuell auch betreffend Spital Heiden», ist Engler überzeugt. Die Vorderländer Kirchgemeinden lancierten im Reformationsjubiläumsjahr einen Velorundweg von Kirche zu ­Kirche, um die jeweiligen Kirchgemeinden näher kennen lernen zu können. Auf Hinweistafeln bei den Kirchen findet sich Interessantes aus Geschichte und Gegenwart.

Weitere Regionalgottesdienste am Wander- und Velorundweg finden an folgenden Tagen statt: Kirche Grub am 18. Juni, evangelische Kirche Heiden am 9. Juli (ökumenischer Gottesdienst), Kirche Reute am 20. August und Kirche Walzenhausen am 8. Oktober. Beginn ist jeweils um 10.30 Uhr.