Velodiebe kamen nicht in Polen an

Am Wochenende waren polnische Velodiebe im Rheintal auf «Tour». Zehn Velos wurden als gestohlen gemeldet. Die Täter sind Anfang Woche an der deutsch-polnischen Grenze geschnappt worden.

Gert Bruderer
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Aus dem ganzen Rheintal gingen bei der Kantonspolizei Meldungen über Velodiebstähle ein. (Bild: Depositphots/Justsolove)

Aus dem ganzen Rheintal gingen bei der Kantonspolizei Meldungen über Velodiebstähle ein. (Bild: Depositphots/Justsolove)

Zehn Velos bekam die Polizei aus dem St. Galler Rheintal allein nach dem letzten Wochenende als gestohlen gemeldet. Eines der Fahrzeuge, ein E-Bike, hatten die Diebe vor einem Einfamilienhaus im Schutz der Dunkelheit in ihren Lieferwagen mit polnischem Kennzeichen geladen.

Tags darauf erhielt die Eigentümerin des Zweirads einen überraschenden Anruf von der St. Galler Kantonspolizei: Die Diebe seien von der deutschen Grenzwacht geschnappt und das E-Bike sichergestellt worden.

In vier Tagen 25 Velos mitgenommen

In der Dunkelheit waren die Diebe im Rheintal mit einem Lieferwagen unterwegs. Sie hielten Ausschau nach Velos und Motorrädern und nahmen mit, was sie mitnehmen konnten. Als sie an der deutsch-polnischen Grenze kontrolliert wurden, fanden die Grenzwächter sechs Fahrräder, die zum Teil noch abgeschlossen waren. Im ganzen Kanton sind innerhalb der genannten vier Tage 25 Velodiebstähle gemeldet worden. Dass zwei Täter geschnappt wurden, ist zwar ein Glücksfall, aber auch der guten Arbeit von Grenzwacht und Polizei zu verdanken. Sie hatten den an der deutsch-polnischen Grenze kontrollierten Lieferwagen mit polnischem Kennzeichen bereits im Visier gehabt. Denn im September waren in dem gleichen Fahrzeug zwei Velos transportiert worden, die aus einer Tiefgarage im Rheintal gestohlen worden waren. In Lindau wurde das Diebesgut damals sichergestellt. Der polnische Fahrer wohnte früher in der Schweiz (nicht im Kanton St. Gallen) und ist inzwischen wieder in seinem Heimatland zu Hause. Wegen des Diebstahls im September ist er seither im Schweizerischen Fahndungsregister ausgeschrieben.

Erfolg dank guter Infos und Zusammenarbeit

Nachdem die deutschen Grenzwächter diese Woche den Lieferwagen kontrolliert und darin sechs Zweiräder gefunden hatten, schlossen sie sich mit der St. Galler Abteilung für Fahrzeugdelikte kurz. Hier wurde festgestellt, dass eines der Zweiräder, ein E-Bike, im Rheintal gestohlen worden war. Der Erfolg an der Grenze war auch möglich, weil die nötigen Angaben zum gestohlenen E-Bike vorlagen. Oft fehlen bei Anzeigen wichtige Erkennungsmerkmale wie beispielsweise die Fahrgestellnummer.

Velodiebe aufzuspüren ist zudem schwierig, weil gestohlene Velos nur national ausgeschrieben werden, nicht aber international. Im Ausland ist somit eine Schweizer Fahndung durch die dortigen Polizeibehörden nicht erkennbar. Nur ein konkreter Verdacht und konkretes Nachfragen in der Schweiz kann zum Erfolg führen. Nach Auskunft der Kantonspolizei St. Gallen ist die Zahl der angezeigten Velodiebstähle generell hoch. Die Ermittler «stehen vor einem grossen Problem».

Polizei hilft bei Rückführung der Velos

Wie kommen nun die gestohlenen und in Deutschland sichergestellten Zweiräder zurück in die Schweiz? Die Antwort der Polizei: Für die Rückführung von aufgefundenen Fahrzeugen aus dem Ausland kümmere sie sich in Zusammenarbeit mit den Versicherungen. Die Aufgabe der Polizei sei dabei das Vermitteln der Kontaktdaten und Modalitäten.