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VELOCHAOS: Umstrittene Leihvelos

Fast täglich berichten Medien über die «Invasion der O-Bikes» in Schweizer Städten. Nun stehen die Leihvelos aus Singapur auch am St. Galler Stadtrand bereit.
Nina Rudnicki
Die O-Bikes stehen auf dem Parkplatz einer Garage an der Langgasse bereit. Ab wann sie zum Einsatz kommen, ist unklar. (Bild: Nina Rudnicki)

Die O-Bikes stehen auf dem Parkplatz einer Garage an der Langgasse bereit. Ab wann sie zum Einsatz kommen, ist unklar. (Bild: Nina Rudnicki)

Nina Rudnicki

stadtredaktion@tagblatt.ch

Mehr als hundert Leihvelos der Firma O-Bike aus Singapur stehen derzeit, noch in Plastik verpackt, auf dem Parkplatz der A1-Garage an der Langgasse. «Und es kommen noch mehr», sagt ein Mitarbeiter der Garage, die die Velos zwischenlagert. Wie viele es am Ende sein werden, weiss er nicht. Die Velos seien aber für die Stadt St. Gallen vorgesehen.

Das Besondere an O-Bikes ist, dass sie nicht an fixen Velo­stationen stehen. Im Gegenteil: Wer in der Stadt mit einem O-Bike fährt, kann es überall stehen lassen, solange es sich um einen offiziellen Veloparkplatz handelt. Entsperrt werden die Velos über eine App, mit der sich ihre QR-Codes einscannen lassen.

O-Bikes gibt es seit gut einem Monat bereits in Zürich. Dort haben die wild parkierten Velos in der Stadt und die zugestellten ­Veloparkplätze für Chaos, Ärger und Schlagzeilen gesorgt. Zudem bezweifeln Experten, dass sich das Leihvelo-Geschäft für die Firma auszahlt. Vielmehr gehe es ihr um das Geschäft mit Kundendaten, schreibt etwa «Die Zeit».

O-Bike nutzt rechtliche Grauzone

Auch bei der Stadt geht man davon aus, dass die O-Bikes nun in St. Gallen verteilt werden. «Die abgeladenen Velos am Stadtrand haben wir gesehen. Das Unternehmen selbst hat uns aber nicht kontaktiert», sagt Christian Hasler, Leiter Verkehr beim Tiefbauamt. Allerdings sei man von der Stadt Zürich gewarnt und informiert worden, dass O-Bike eine rechtliche Grauzone nutze: Um ein Velo in der Stadt zu parkieren, braucht es keine Bewilligung. Es stelle sich jedoch die Frage, wie dies bei Firmen zu regeln sei, die mit der Vermietung von Velos Geld verdienen, sagt Hasler.

Die Pläne von O-Bike beschäftigen auch die Stadtpolizei. Laut Mediensprecher Roman Kohler wird derzeit die rechtliche Lage geprüft. «Es geht vor allem um die Frage, ob O-Bike den öffentlichen Raum an gewissen Orten übermässig beansprucht.» Für diesen allfälligen «gesteigerten Gemeingebrauch» braucht es eine Bewilligung. Ob eine solche im konkreten Fall erteilt würde, müsse ebenfalls geprüft werden.

Bei der zuständigen PR-Agentur in Zürich weiss man nichts von den Expansionsplänen: O-Bike sei St. Gallen gegenüber «offen eingestellt», man habe aber keine Kenntnis davon, dass Velos nach St. Gallen geliefert worden seien. Es sei geplant, zunächst nach Basel, Bern, Luzern und Winterthur zu expandieren. Gestern Nachmittag schaltet dann der «Tages-Anzeiger» einen neuen Artikel online: Quasi über Nacht sei das ganze Limmattal von O-Bikes eingenommen worden. Es scheint also eine Frage der Zeit, bis die grau-gelben Leihvelos auch zum St. Galler Stadtbild gehören.

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