Velo fahren will gelernt sein

ST.GALLEN. Wie jedes Jahr finden um diese Zeit die praktischen Veloprüfungen der Stadtpolizei statt. Rund 650 Schülerinnen und Schüler nehmen 2015 an der Prüfung der Stadtpolizei St.Gallen teil.

Elina Grünert
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Ein Schüler fährt im Parcours Slalom um Verkehrskegel, die er nicht touchieren darf. (Bild: Elina Grünert)

Ein Schüler fährt im Parcours Slalom um Verkehrskegel, die er nicht touchieren darf. (Bild: Elina Grünert)

Noch in dieser Woche finden die praktischen Veloprüfungen statt. Insgesamt ist die Stadtpolizei je zweimal im Westen und im Osten unterwegs. Alle Sechstklässler absolvieren mit dem Velo die Prüfung, in der es darum geht, sich korrekt im Verkehr zu verhalten.

Seit dem Kindergarten

Damit die Kinder gut für den Verkehr vorbereitet sind, beginnt der Verkehrsunterricht der Stadtpolizei schon im Kindergarten. Dort lernen die Kinder die einfachen Regeln, zum Beispiel wie man eine Strasse überquert. In der vierten Klasse starten die Kinder erste Versuche im Verkehrsgarten, in der fünften ist dann die Theorie an der Reihe. Am Ende ihrer Primarschulzeit, in der sechsten Klasse, absolvieren sie die praktische Prüfung, um sicher im Strassenverkehr fahren zu können.

Prüfung aus drei Teilen

Die praktische Prüfung besteht aus drei Teilen. Zuerst müssen die Schüler ihre Fahrräder von den anwesenden Polizisten kontrollieren lassen. Danach absolvieren sie einen Geschicklichkeitsparcours. Dabei werden beispielsweise Balance, Reaktionsgeschwindigkeit und einhändiges Fahren getestet. Wenn die Schulkinder sicher auf den Velos sind, dürfen sie im dritten Teil der Prüfung auf die Strasse. Auf einer vorgegebenen Strecke müssen sie sich richtig im Verkehr verhalten. Am Schluss erhalten sie einen Prüfungsbogen mit der erreichten Note.

Damit sich Schüler und Autofahrer nicht in die Quere kommen, wird die Strecke gut signalisiert, sagt Polizist Erich Kuster. Probleme mit anderen Verkehrsteilnehmern habe es nie gegeben. Diese würden, sobald sie die jungen Velofahrer sehen, vorsichtig fahren.

Unterstützung der Eltern

Die Veloprüfung wäre eigentlich nicht obligatorisch, sagt Kuster, aber sie sei im Lehrplan verankert. Ein grosses Problem sei, dass einige Eltern das Velofahren nicht oder zu wenig fördern. «Die Leidtragenden sind schliesslich die Kinder, die nicht richtig fahren können und Angst im Strassenverkehr haben», sagt Kuster. Auch wenn man kein Velo hat, lässt sich die Prüfung absolvieren: Die Stadtpolizei hat 20 Velos inklusive Helme, die sie zur Verfügung stellt. Um das Velofahren vor der Prüfung zu üben, bietet die Polizei je zwei Übungsabende an. Dort können die Kinder unter Aufsicht auf der Prüfungsstrecke üben.