Valida mit neuen Statuten offen für neue Zielgruppen

In der Valida finden Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung am Arbeitsplatz und beim Wohnen jene Begleitung, die ihnen ein selbständiges Leben nach den eigenen Vorstellungen ermöglicht.

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In der Valida finden Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung am Arbeitsplatz und beim Wohnen jene Begleitung, die ihnen ein selbständiges Leben nach den eigenen Vorstellungen ermöglicht. An der jüngsten Vereinsversammlung wurde jetzt eine Anpassung der Statuten beschlossen, die dem Rechnung trägt. Zudem erweitert die Valida ihre traditionelle Zielgruppe, wie die Valida-Direktion mitteilte. Sie macht ihre Dienstleistungen im Arbeits- und Wohnbereich auch Arbeitslosen oder Personen mit Sozialhilfeleistungen zugänglich. Ob die Person IV-Leistungen oder eine andere finanzielle Unterstützung bezieht, wird sekundär. Der spezifische Bedarf einer Person nach Unterstützung entscheidet künftig darüber, ob die Valida als Arbeitgeberin in Frage kommt.

Moderner Produktionsbetrieb

Die Valida St. Gallen wurde 1929 als Werkstätte für Menschen mit einer Beeinträchtigung gegründet. Aus der kleinen gemeinnützigen Weberei entwickelte sich ein moderner Produktionsbetrieb mit 400 Arbeitsplätzen. Drei Viertel der Arbeits- und Ausbildungsplätze sind auf die Bedürfnisse von Menschen mit Unterstützungsbedarf zugeschnitten. Ergänzt wird das Stellenangebot durch ein Wohnangebot für 80 Menschen, die im Alltag auf Begleitung angewiesen sind. Jetzt hat die Vereinsversammlung die Statuten des Trägervereins revidiert. Bisher war von der «Führung Behinderter in eigenen Werkstätten» oder von der «Führung eines Wohnheims» die Rede. Neu stehen heute die Dienstleistungen der Valida für Menschen mit Unterstützungsbedarf im Vordergrund. «Es geht um <Integrationsdienstleistungen im Arbeits-, Wohn- und Freizeitbereich> und um die <Bereitstellung und Vermittlung von Arbeits-, Ausbildungs- und Wohnplätzen für Menschen mit Unterstützungsbedarf>», zitiert Direktor Beda Meier aus den neuen Statuten.

Job im ersten Arbeitsmarkt

Was das heisst, zeige sich beispielsweise beim Wohnangebot der Valida. Weil die herkömmliche Wohnform im «Wohnheim» nicht mehr den Erwartungen aller Bewohnerinnen und Bewohnern entsprach, hat die Valida ihre Wohndienstleistungen weiterentwickelt. Bewohnerinnen und Bewohner bestimmen in der Valida heute mit, ob sie in einer eigenen Wohnung, im Wohnhaus oder in einer Wohngemeinschaft im Quartier unterstützt werden wollen. Das gleiche gilt für das Stellenangebot der Valida. Meier führt aus: «Wir vermitteln Arbeitnehmende in Betriebe und ergänzen unser Angebot laufend durch Stellen im ersten Arbeitsmarkt, wo Personen mit erschwertem Zugang zu Arbeit ihrem Beruf nach dem Modell <supportet employment> nachgehen.» (pd/dwi)

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