Vadianplatz wird verkehrsfrei

Die Stadt möchte den Vadianplatz zwischen den Neumarkt-Gebäuden für knapp 1,7 Millionen Franken erneuern. Der Platz soll geräumiger werden. Einerseits durch «Entrümpeln», andererseits durch ein Autofahrverbot.

Ralf Streule
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Zu verwinkelt, zu viel Verkehr: Der Vadianplatz beim Neumarkt soll neu gestaltet werden. Ende Mai stimmt das Parlament darüber ab. (Bild: Ralph Ribi)

Zu verwinkelt, zu viel Verkehr: Der Vadianplatz beim Neumarkt soll neu gestaltet werden. Ende Mai stimmt das Parlament darüber ab. (Bild: Ralph Ribi)

Kein Zweifel: Platz-Erneuerungen boomen in St. Gallen. Über die Neugestaltung von Marktplatz und Bohl wird am Sonntag abgestimmt, die Planung eines neuen Bahnhofplatzes läuft ebenfalls. Währenddessen zeigt der Blick in die Parlamentsvorlagen, dass ein weiterer Platz im Herzen der Stadt umgebaut werden soll: Der Vadianplatz zwischen den Neumarkt-Gebäuden, bekannter und beliebter Ort fürs Zmittagessen an warmen Tagen, aber auch stark begangene Fussgängerverbindung vom Neumarkt zum Hauptbahnhof.

Dritte zahlen 200 000 Franken

Dieser Platz sei zu verwinkelt und zu verstellt, «räumliche Qualität» werde zu wenig wahrgenommen, heisst es in der Botschaft des Stadtrats. Darum wolle man den Platz nun für knapp 1,9 Millionen Franken erneuern, wobei Dritte rund 200 000 Franken übernehmen würden.

Pläne für die Umgestaltung des Platzes bestünden schon lange. Dass man diese jetzt endlich umsetzen will, hat damit zu tun, dass der Vadianplatz im kommenden Jahr ohnehin aufgerissen werden müsste: Er liegt direkt über dem unterirdischen Neumarkt-Durchgang, dessen Betondecke von den Neumarkt-Eigentümern im kommenden Jahr ohnehin saniert werden muss. Eine Koordination der Arbeiten biete sich an.

Brunnen wird verschoben

Auf zwei Arten will die Stadt den Vadianplatz aufwerten. Einerseits soll er «entrümpelt» werden: Die Glassammelstelle am westlichen Ende des Platzes beispielsweise soll hinter dem Neumarkt 3 an der Davidstrasse zu stehen kommen, Blumenrabatten und «verwinkelte Oberbauten» sollen ebenfalls verschwinden. Der «Oertli-Brunnen» hingegen, das Kunstwerk auf dem Platz, werde erhalten bleiben. Er würde aber um einige Meter verschoben, damit der Fussgängerdurchgang zwischen Brunnen und Neumarkt-Fassade breiter wird. Mit den Erben des Künstlers sei diese Verschiebung besprochen worden, heisst es in der Parlamentsvorlage weiter.

Auch im unteren Teil der Gutenbergstrasse soll die Fussgängerpassage Richtung Bahnhof «entrümpelt» und damit breiter werden.

Zufahrt nur noch bis Parkgarage

Andererseits möchte die Stadt den Platz verkehrlich beruhigen und die Begegnungszone in diesem Bereich weiter ausdehnen und gestalten. Neu soll der motorisierte Individualverkehr die Vadianstrasse nur noch in eine Richtung von der Kornhausstrasse befahren dürfen, dies bis zur Neumarkt-Parkgarage. Auf der Höhe des Platzes wäre die Durchfahrt für Autos in beiden Richtungen verboten. Die Wegfahrt aus dem Parkhaus ist ebenfalls nur noch in Richtung Westen möglich. Für Velos hingegen bliebe die Vadianstrasse offen.

Die Vadianstrasse würde im Bereich zwischen Kornhausstrasse und Vadianplatz von fünf auf drei Meter Breite reduziert. Damit kann die bereits bestehende Baumreihe fortgesetzt werden. Der Platz selber wird mit grossformatigen Betonplatten gestaltet.

Neuer Platz in zwei Jahren

Bereits am 24. Mai soll das Stadtparlament über den Kredit für die Neugestaltung beraten. Falls das Projekt gutgeheissen wird, könnte gemäss «Fahrplan» schon im Sommer 2012 mit den Arbeiten begonnen werden. Ziel ist dann gemäss Vorlage, das Bauprojekt schon im Frühjahr 2013 abzuschliessen.

Der Vadianplatz, wie er bald aussehen könnte: Mit verschobenem Oertli-Brunnen und Autofahrverbot. (Bild: Visualisierung: Tiefbauamt der Stadt St. Gallen)

Der Vadianplatz, wie er bald aussehen könnte: Mit verschobenem Oertli-Brunnen und Autofahrverbot. (Bild: Visualisierung: Tiefbauamt der Stadt St. Gallen)