«Vadian wird verjüngt zurückkehren»

Am Donnerstag verlässt Vadian die Innenstadt und zieht für ein paar Monate für eine «Wellnesskur» in die Kunstgiesserei. Stadtbaumeister Erol Doguoglu erklärt, wann und wie der Reformator von seinem Sockel steigen wird.

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Am Donnerstag räumt Vadian sein Podest beim Marktplatz. (Bild: David Gadze)

Am Donnerstag räumt Vadian sein Podest beim Marktplatz. (Bild: David Gadze)

Herr Doguoglu, am Donnerstag geht Vadian zur Restaurierung in die Kunstgiesserei. Wie laufen die Arbeiten genau ab?

Erol Doguoglu: Gestern wurde das Gerüst aufgebaut. Es enthält zur Marktgasse hin eine Plattform, auf welche heute die Seilschneidemaschine montiert wird.

Wozu braucht es diese?

Doguoglu: Mit ihr wird ein Seil wie ein Messer zwischen dem Metallpodest, auf dem Vadian steht, und dem Steinsockel gezogen.

Welche weiteren Vorbereitungen sind nötig?

Doguoglu: Von einer mobilen Plattform aus werden Vadian Gurten angelegt, mit denen wir ihn während des Schneidevorgangs fixieren und danach anheben können.

Was folgt nach dem Trennen?

Doguoglu: Danach werden wir Vadian mit Kränen in die Horizontale kippen und auf einen Tieflader legen. Ich gehe davon aus, dass das am frühen Nachmittag der Fall sein wird und etwa eine bis zwei Stunden dauern wird. Anschliessend wird er in die Kunstgiesserei abtransportiert, wo er während der Museumsnacht ausgestellt sein wird.

Wann beginnt die Demontage?

Doguoglu: Am Donnerstag wird zwischen 7 und 8 Uhr damit begonnen, Vadian von seinem Sockel zu trennen. Wie lange das dauern wird, ist schwierig zu sagen. Wir wissen nämlich nicht genau, wie die Statue auf dem Sockel befestigt ist. Wir vermuten aber, dass sie nur mit wenigen Verbindungsstücken festgemacht ist und deshalb relativ schnell gelöst werden kann. Wir müssen aber schauen, dass nichts kaputt geht.

Und wenn doch?

Doguoglu: Wir haben dreidimensionale Aufnahmen gemacht, mit denen wir jedes Detail rekonstruieren könnten, falls es bei der Demontage oder bei der Sanierung Schäden geben sollte. Ausserdem haben wir für diesen Fall eine Versicherung abgeschlossen.

Vadian wurde in den vergangenen Monaten gründlich untersucht. Welche Überraschungen lauern noch im seinem Innern?

Doguoglu: Wir kennen ihn praktisch in- und auswendig. Die einzige Unbekannte ist der Zustand seiner Beine, die mit Beton verstärkt wurden, was auch die Schäden verursacht hat. Deshalb ist noch offen, wie die Statue bei der Sanierung statisch verstärkt wird.

Wie wird Vadian aussehen, wenn er geflickt und gereinigt im Frühling auf sein Podest zurückkehrt?

Doguoglu: Man wird ihm ansehen, dass er eine Wellnesskur hinter sich hat. Er wird verjüngt aussehen, frischer. Aber die Patina, die er über all die Jahre angesetzt hat, wollen wir erhalten.

Interview: David Gadze

Erol Doguoglu St. Galler Stadtbaumeister (Bild: Quelle)

Erol Doguoglu St. Galler Stadtbaumeister (Bild: Quelle)