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VADIAN: Spuren des Bildersturms

Am Samstag haben gleich drei Ausstellungen zur Reformation in St. Gallen Vernissage. Ihre Themen und ihre Methoden zur Wissensvermittlung sind vielfältig.
Reto Voneschen

Reto Voneschen

reto.voneschen@tagblatt.ch

Ein erster Rundgang durch die drei städtischen Ausstellungen zum Jubiläum «500 Jahre Reformation» zeigt eines ganz klar: Es lohnt sich, wenn sich Institutionen zur Darstellung eines grossen Themas zusammentun. Damit können verschiedene Aspekte eines Themas gleichzeitig beleuchtet werden. Auf ganz unterschiedliche Weise.

Die Reformation war für die Handelsstadt St. Gallen vor 500 Jahren ein ganz wichtiger Schritt. Er bedeutete die endgültige Loslösung der Reichsstadt von der Fürstabtei. Damit wurde ein wichtiger Teil des Fundaments für die heutige Stadt St. Gallen gelegt. Entsprechend ihrer Bedeutung hat die Reformation in der Gallusstadt viele Facetten. Einigen gehen das Historische und Völkerkundemuseum, die Vadianische Sammlung und das Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde (Kasten unten links) sowie die Denkmalpflege der Stadt St. Gallen (Kasten unten rechts) nach.

Kirchenpracht trifft auf städtischen Bürgerstolz

Mit der umfangreichsten Ausstellung zum Reformationsjubiläum wertet in der Stadt das Historische und Völkerkundemuseum auf. In zwei historischen Räumen trifft unter dem Titel «Vadian und die Heiligen» die spätmittelalterliche Kirchenpracht auf St. Galler Bürgerstolz. Zum einen zeigt das Museum Kirchenkunst aus der Spätgotik, der Renaissance und der Barockzeit. Bei ihrem Vergleich wird sichtbar, wie sich der Stil der katholischen Kirchenkunst unter dem Einfluss politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen – auch der Reformation – veränderte. Präsentiert werden einmalige Stücke wie etwa der sogenannte Palmesel, der im 15. Jahrhundert bei Prozessionen durch die Gassen gerollt wurde. Zu sehen ist aber auch ein Fragment eines Chorgestühls aus dem Kloster Magden­au aus den 1290er-Jahren. Zur Sprache kommt natürlich, wie die Reformation teilweise mit Kirchenkunst ziemlich rabiat umging. Spuren des Bildersturms finden sich auf einigen Ausstellungsstücken.

Im zweiten Raum, dem Original der Kleinen Ratsstube der Stadt St. Gallen von 1679, geht es dann um das St. Gallen von Reformator Vadian (oben im ebenfalls ausgestellten Originalporträt). Natürlich zieht hier die ­lebensechte Schaupuppe von Va­dian die Blicke auf sich. Mindestens so interessant ist aber der Versuch, mit Filmsequenzen in wichtige Themen aus der Epoche vor 500 Jahren einzuführen.

Vadian und die Heiligen 28.10.2017 bis 30.12.2018 offen: Di–So, 10.00–17.00, Historisches Museum

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