Urwald im erneuerten Hafen

ARBON. Für Kritik sorgt die Verwendung von Tropenholz für die Bootsstege im Arboner Schlosshafen. Der Stadtrat macht Komfort und ästhetische Gründe geltend.

Max Eichenberger
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Mit Tropenholz beplankt: Bootsstege im Arboner Schlosshafen. (Bild: Max Eichenberger)

Mit Tropenholz beplankt: Bootsstege im Arboner Schlosshafen. (Bild: Max Eichenberger)

Schon «Neptun» alias Pablo Erat, selber Skipper, hatte sich an der Einweihung des erweiterten Schlosshafens über das bei den Bootsstegen verwendete Tropenholz amüsiert ausgelassen.

Der grün-rote Didi Feuerle doppelte an seiner allerletzten Sitzung im Stadtparlament (ihn zieht es wieder auf Reisen) nach mit einer Einfachen Anfrage und wollte wissen, welches die Überlegungen waren, für diesen stark der Witterung ausgesetzten Bauteil Holz zu verwenden. Und erst noch Tropen- statt einheimisches Holz.

Irgendwo dürfte er die Antwort des Stadtrates wohl doch zu Gehör bekommen.

Hart und langlebig

Der Komfort für das Begehen der Roste und der optisch vorteilhafte Eindruck seien die Kriterien gewesen, um die Stege mit Holz abzudecken, erklärt nun der Stadtrat. Massaranduba-Holz aus Brasilien sei deshalb verwendet worden, weil es «extrem hart» ist und mit einer Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren gerechnet werden könne. Kein einheimisches Holz könne bezüglich Qualität, Preis und Lebensdauer mithalten, so der Stadtrat.

Die Kosten könne er nicht beziffern, weil sie in der Gesamtpauschale des Generalunternehmers enthalten seien.

Richtlinien eingehalten

Das Holz sei Label-zertifiziert. Die Stadt Arbon verpflichte sich in ihren Beschaffungsrichtlinien für den ökologischen Einkauf. Der Stadtrat blieb Feuerle, der akribisch Aufschluss wollte, in welchem Wald das Holz geschlagen wurde, die genauen Koordinaten allerdings schuldig – merkte immerhin aber an, dass der genaue Ort aufgrund der Zertifizierungsnummer nachverfolgt werden könnte.

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