Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

URTEIL: Süchtiger Dieb muss ins Gefängnis

Ein drogensüchtiger Mann hat mit Beschaffungskriminalität seinen Drogenkonsum finanziert. Der 36-Jährige muss für acht Monate ins Gefängnis.

Ein 36-jähriger Schweizer musste sich wegen Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und eines geringfügigen Vermögensdeliktes vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten. Er gab die meisten ihm vorgeworfenen Straftaten zu. Bei einigen Delikten gab er an, sich nicht erinnern zu können.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Beschuldigten konkret vor, dass er zwischen Sommer 2015 und März 2016 mit Heroin und vereinzelt mit Dormicum gehandelt habe, um seinen Eigenkonsum zu finanzieren. Er soll mindestens 50 Gramm Heroin und fünf Tabletten Dormicum verkauft haben. An einem Wochenende im August 2016 stieg er über ein unverschlossenes Fenster in die Kantonsschule am Burggraben ein und stahl aus dem Lehrer- und einem Arbeitszimmer zwei Computer. Er habe sie gegen Heroin getauscht, erklärte der Mann an der Gerichtsverhandlung.

In den kommenden Wochen folgte eine Reihe von Ladendiebstählen. Er klaute Zigarettenstangen, elektronische Geräte, Parfümflaschen, ein Baseball-Cap und Glacés. Nach eigenen Angaben konsumierte er je nach finanzieller Situation vier bis fünf Gassenbriefchen pro Woche oder zwei bis drei täglich. Der Einzelrichter sprach ihn auf seinen langen Strafregisterauszug mit diversen Delikten an, die alle im Zusammenhang mit Beschaffungskriminalität stehen. Er stehe zurzeit mit dem Sozialamt in Kontakt und schaue zusammen mit einer Sozialarbeiterin, wie es nach dem Gerichtsurteil weitergehen soll, antwortete er auf die Frage, wie er seine Zukunft sehe. Er hoffe, Arbeit und eine Wohnung zu finden. Der Beschuldigte ist arbeits- und obdachlos.

Massnahmen gegen die Sucht

Die Staatsanwaltschaft, die an der Gerichtsverhandlung nicht anwesend war, beantragte eine unbedingte Freiheitsstrafe von zehn Monaten und eine Busse von 600 Franken. Der Verteidiger verlangte einige wenige Freisprüche von einzelnen Delikten. Er sah eine bedingte Freiheitsstrafe von acht Monaten mit einer Probezeit von vier Jahren als gerechtfertigte Sanktion. Sein Mandant habe immer wieder versucht, von der Sucht loszukommen, betonte er. So sei er unter anderem im September 2017 freiwillig in Therapie gegangen.

Der Einzelrichter am Kreisgericht verurteilte den Beschuldigten schliesslich zu einer unbedingten Gefängnisstrafe von acht Monaten und einer Busse von 500 Franken. Angesichts des langen Vorstrafenregisters könne er die Freiheitsstrafe nicht bedingt aussprechen, begründete der Einzelrichter das Strafmass. Er legte dem Beschuldigten ans Herz, den Haftaufenthalt als Chance zu nutzen, um von den Drogen wegzukommen und seine Zukunft zu planen. Seine Bemühungen, die Suchtkrankheit hinter sich zu lassen, seien durchaus sichtbar. Jedoch werde der Weg zurück in ein geordnetes Leben wohl längere Zeit brauchen und nur mit Begleitung zum Erfolg führen. (cis)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.