Ursprung People-First-Bewegung

Eine Elternorganisation führte 1968 in Schweden eine Tagung für Menschen mit einer Beeinträchtigung durch. Dort formulierten die Teilnehmenden eine Liste mit ihren Wünschen. Damit legten sie den Grundstein für die Selbstvertretungsbewegung.

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Eine Elternorganisation führte 1968 in Schweden eine Tagung für Menschen mit einer Beeinträchtigung durch. Dort formulierten die Teilnehmenden eine Liste mit ihren Wünschen. Damit legten sie den Grundstein für die Selbstvertretungsbewegung. In den darauffolgenden Jahren gab es weitere Treffen, unter anderem auch in England und Kanada. 1974 fand in Oregon, USA, eine Konferenz statt, die von Menschen mit einer Beeinträchtigung geplant und auch organisiert wurde. Fünf Jahre später zählte die Selbstvertretungsbewegung in Oregon 1000 Mitglieder, heute bestehen in den USA mehr als 800 Selbstvertretungsgruppen.

Aus den USA und aus Kanada kam die People-First-Bewegung in den 1990er-Jahren nach Europa. In Deutschland startete 1997 das Bundesmodellprojekt «Wir vertreten uns selbst». Das Ziel war, die People-First-Bewegung anzustossen und aufzuzeigen, was möglich ist, nicht aber die Richtung der Bewegung vorzugeben. Denn People-First ist ein unabhängiger Zusammenschluss von Menschen mit einer Beeinträchtigung und entsprechenden Gruppen, die auch unabhängige Entscheidungen treffen. Das Projekt, finanziert vom deutschen Bundesministerium für Gesundheit, endete 2001. Im gleichen Jahr wurde der Verein Mensch zuerst – Netzwerk People First Deutschland e. V. gegründet. Seither sind mehrere regionale Gruppen entstanden. Auch in Österreich existieren seit über zwanzig Jahren Selbstvertretungsgruppen. (ast)