Urchiger Jodel und Chorgesang

Der Jodlerclub der Stadt St. Gallen lädt am Samstagabend zu seinem dritten «Jodelkonzert Plus» ein. Das «Plus» steht dieses Jahr für die beiden Männerchöre Ergolding und Tägerwilen, welche die St. Galler Jodler begleiten.

Claudia Schmid
Merken
Drucken
Teilen
Den Jodelclub St. Gallen gibt es seit 1918. Die Kameradschaft hat für die Mitglieder einen hohen Stellenwert. (Bild: Hanspeter Schiess)

Den Jodelclub St. Gallen gibt es seit 1918. Die Kameradschaft hat für die Mitglieder einen hohen Stellenwert. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Jodlerinnen und Jodler der Stadt St. Gallen haben das «Jodelkonzert Plus» vor vier Jahren ins Leben gerufen. Die Idee: Gäste ergänzen das Programm mit eigenen Darbietungen. «Wir wollen damit einen Kontrast zu unserem Liedgut setzen und das Konzert zu etwas Besonderem werden lassen», erklärt Präsident Martin Schmitz. In der Vergangenheit standen beispielsweise Hackbrett- oder Alphorn-Formationen mit auf der Bühne.

Besondere Stimmen

Das aktuelle Konzert, das morgen Samstag um 17 Uhr in der Kirche St. Laurenzen stattfindet, steht unter dem Motto «Besondere Stimmen». Der Jodlerclub der Stadt St. Gallen wird unter anderem das «Abendlied» vortragen. Dirigentin Rosy Zeiter hat das Lied «Luegid vo Bärg und Tal» neu arrangiert und wird den Chor mit dem Akkordeon begleiten. Am Kontrabass steht zudem Bernhard Graf.

Die beiden Männerchöre Ergolding aus Niederbayern und Tägerwilen aus dem Kanton Thurgau werden die Darbietungen des Jodlerclubs ergänzen und je einen eigenen Programmteil bestreiten. Die drei Chöre pflegen schon seit geraumer Zeit freundschaftliche Beziehungen. Der Männerchor Ergolding verfügt über ein umfangreiches Liederrepertoire im weltlichen und im kirchlichen Bereich. Der Männerchor Tägerwilen gilt als ältester Verein dieser Art im Thurgau. Als offizielles Geburtsjahr gilt das Jahr 1824.

Der Jodlerclub Stadt St. Gallen wurde 1918 gegründet. Entstanden ist er aus dem Turnverein Neue Sektion St. Gallen. Im Jahre 2003 gab er sich den heutigen Namen. «Um unsere Herkunft zu untermauern, tragen wir die St. Galler Festtagstracht; dies bereits seit 1993», erzählt Martin Schmitz. Die Tracht werde immer wieder bewundert, vor allem auch die Kopfhaube der Jodlerinnen. «So spannen wir einen Bogen zwischen der Kultur des Liedes zur Kultur der St. Galler Stickerei.»

Jodeln auch in den USA

Seine Auftritte hat der Jodlerclub vor allem in der Stadt und der Region St. Gallen, doch führen ihn Veranstaltungen auch immer wieder auf Reisen. «Von der Ostschweiz über Bern bis ins Wallis durften wir unsere Lieder schon zum Besten geben. Wir sind zudem stolz darauf, dass wir auch in Deutschland, Österreich und sogar in den USA die Zuhörer begeistern durften.»

Geglückter Neuanfang

Infolge mehrerer altersbedingter Rücktritte von tragenden Sängern habe der Jodlerclub im Jahr 2013 ein Ruhe-Halbjahr eingelegt und sich entsprechend neu orientiert, betont Martin Schmitz. Nun sei man bereits wieder gut auf Kurs und könne dank Neueintritten die Zuhörerinnen und Zuhörer wieder mit Jodlermessen und anderen Auftritten erfreuen. Weitere Neumitglieder seien trotzdem herzlich willkommen.

Gemäss dem Präsidenten ist Jodeln eine «besondere Art von volkstümlichem Wohlergehen». Doch Jodeln sei nicht Voraussetzung für einen Clubbeitritt. «Viele meinen, sie müssten jodeln können, dabei genügt es, die Jodler mit Gesang zu begleiten.» Wer wolle, könne jodeln aber auch lernen. Geprobt wird jeweils dienstags ab 19.30 Uhr im Pfarreiheim der Linsebühl-Kirche. Das Kameradschaftliche habe im Club einen grossen Stellenwert.