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Unvergessen als «Marroni Schorsch»

Nachruf

Am Freitag, 2. März, erwies eine grosse Trauergemeinde Georg «Schorsch» Stadelmann in der katholischen Kirche Steinach die letzte Ehre. Ein Zeichen der Wertschätzung für einen Mann mit vielen Facetten. Da war der Chauffeur, der seine Arbeit verrichtete. Da der Polteri, dem Diplomatie ein Fremdwort war. Was gesagt werden musste, musste gesagt werden, ohne Rücksicht, dafür möglichst laut. Sein Ausgleich für die Arbeit war wiederum über viele Jahre hinweg der bekannte Marroni-Stand an der Hauptstrasse. Jeweils im Herbst und Winter liess er Samstag und Sonntag den herrlichen Marroni-Duft hochsteigen. Die Gespräche mit Kunden und Passanten waren ihm wichtig. Gegen Abend fanden sich immer mehr Kinder bei Marroni Schorsch ein. Er verschenkte jeweils die restlichen heissen Marroni und freute sich an einem «Danke Schorsch». Reich wurde er mit dem Hobby nicht, aber er verdiente sich den Rufnamen «Marroni Schorsch» redlich.

Sein ganzer Stolz waren der Garten und Brunnen vor dem Elternhaus an der Gallusstrasse. Viele Spaziergänger und Velofahrer machten jeweils Halt, bewunderten oder fotografierten die farbenfrohe Blumenpracht. Von Frühling bis Herbst war Schorsch kein Aufwand zu gross, um sich und den Passanten eine Freude zu bereiten.

Legendär auch der 1. August, Höhepunkt im kreativen Schaffen von Schorsch. Hunderte von Fahnen und Lampions schmückten Haus und Garten. Genug war nie genug. Den Abschluss im Jahr bildete die Adventszeit. Schorsch liess Garten und Fassade mit unzähligen Lampen und Figuren hell erleuchten. In den vergangenen Jahren wurde es ruhiger um Marroni Schorsch. Er zollte seiner Arbeit als Chauffeur und seinem intensiven Lebenswandel Tribut. Ein Zeichen, dass es ihm wirklich schlecht ging, war die Tatsache, dass er seinen geliebten Garten nicht mehr bewirtschaften konnte. Ein Dorf-Original definiert sich auch dadurch, dass er Dinge tut, die niemand braucht, sich aber doch viele daran erfreuen. Marroni Schorsch war ein Steinacher Dorf-Original mit dem Herz am rechten Fleck.

Markus Stadelmann (Bruder).

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