Unterstützung läuft aus dem Ruder

Für die IG Steinach liegt es auf der Hand, Sylvia Hagen fährt im Auftrag des Gemeindepräsidenten eine Schmutz- kampagne. Roland Brändli weist die Anschuldigung von sich und distanziert sich vom Vorgehen der Ex-Gemeinderätin.

Rudolf Hirtl
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Roland Brändli Gemeindepräsident Steinach (Bild: rtl)

Roland Brändli Gemeindepräsident Steinach (Bild: rtl)

STEINACH. Für die IG Steinach ist der Fall klar: «Roland Brändli unterstützt die Verunglimpfung seiner Gegenkandidaten», schreibt sie in ihrer Medienmitteilung Der IG Steinach und deren Kandidaten Michael Aebisegger und Andreas Müller sei es wichtig, einen fairen Wahlkampf zu betreiben. Leider werde dies von der Gegenseite nicht eingehalten. «In den vergangenen Wochen wurden Personen und deren Umfeld, die öffentlich die IG Steinach und ihre beiden Kandidaten unterstützen, von FDP-Mitglied Sylvia Hagen mit Briefen und Schreiben eingedeckt. In diesen Schreiben verunglimpft sie Michael Aebisegger und Andreas Müller sowie Personen der IG und stellt Behauptungen und Zusammenhänge her, die jeder Grundlage entbehren», so die IG. Besonders erzürnt hat diese, dass Sylvia Hagen nicht nur Steinacher mit ihrer Post bediente, sondern auch dem beruflichen Vorgesetzten von Michael Aebisegger ein Schreiben zustellte. Konkrete Anschuldigungen sind in diesem Schreiben an den CEO der Helvetia allerdings nicht zu finden.

«Carte blanche» von Brändli

Laut IG Steinach führt Sylvia Hagen die Beschuldigungen im direkten Auftrag von Roland Brändli und der FDP aus. Als «Beweis» hat die IG nun die «Carte blanche» von Roland Brändli an Sylvia Hagen auf ihrer Website veröffentlicht. «Erstaunt nimmt die IG Steinach zur Kenntnis, dass die Aktivitäten von Sylvia Hagen direkt von Roland Brändli gedeckt werden, wie aus diesem Schreiben an Sylvia Hagen klar hervorgeht», schreibt die IG dazu. Damit unterstützte er auch im Namen der Gemeinde Steinach die Verunglimpfung seiner Gegenkandidaten und des Umfeldes.

Im besagten Testimonial (Referenz) bestätigt Brändli, dass Sylvia Hagen «in Absprache mit mir und der FDP Massnahmen im Wahlkampf für die Gemeindewahlen umsetzt». Die emotionale Negativwelle, welche die Gegnerschaft gegen ihn angestossen habe, führe zu einer dringenden Briefaktion an ausgewählte Leute, mit dem Ziel, die Hintergründe aufzuzeigen.

Im Schreiben dankt Brändli Hagen für ihren Einsatz. Mittlerweile distanziert er sich von Tun der ehemaligen FDP-Gemeinderätin. «Als die IG die Kampagne am 8. Juli lancierte und mangelnde Sozialkompetenz, Führungsschwäche sowie diverse andere Vorwürfe gegen mich richtete, hat mir Sylvia Hagen ihre Unterstützung angeboten. Sie hatte einen <Herzensbrief> an Unterstützer verfasst, der sachlich die Hintergründe und die positiven Aspekte aufzeigte. Ich und auch der Wahlstab schätzten diese Hilfe», so Brändli.

Brändli verurteilt Briefe

In der Folge seien aber offenbar sehr angriffige Schreiben versandt worden, von denen er keine Kenntnisse hatte und die von Sylvia Hagen ohne Information an ihn versandt wurden. Brändli betont: «Ich habe Frau Hagen mehrmals mitgeteilt, dass sowohl ich als auch der Wahlstab solche Briefe verurteilen, und sie aufgefordert, dies zu unterlassen. Verunglimpfungen jeglicher Art sind für mich absolut inakzeptabel. Gerade weil ich selber dies auch bereits mehrfach erfahren musste, bin ich hier sensibel.» Solche Massnahmen gegen ihn und auch gegen seine Gegenkandidaten oder deren persönliches oder berufliches Umfeld verurteile er aufs schärfste.

Sylvia Hagen bestätigt auf Anfrage die Aussagen des Gemeindepräsidenten. «Roland Brändli hat mit den Briefen nichts zu tun. Diese habe ich auf eigene Initiative verfasst und stehe auch dazu.» Das Testimonial habe sie verlangt für Leute, die sie nicht kennen. «Ich setze mich seit 22 Jahren für das Dorf ein. Ich stehe zu meinen in den Briefen geäusserten Vorwürfen und kann auch alles dokumentieren», so Hagen Sie habe Verständnis dafür, dass sich Roland Brändli von ihrer Vorgehensweise distanziert. Allerdings sei die Gegenseite ja auch nicht zimperlich bei deren Wortwahl.

Sylvia Hagen-Keller Initiantin Briefversand (Bild: pd)

Sylvia Hagen-Keller Initiantin Briefversand (Bild: pd)

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