Unterstützung für Autotunnel

ST.GALLEN. Bereits 1075 Personen haben die Petition für einen Strassentunnel vom Appenzellerland zum Autobahnanschluss Kreuzbleiche unterschrieben. Neben dem Riethüsli setzen sich nun weitere Quartiervereine für die Idee ein.

Katja Müller
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Autos unter die Teufener Strasse: Quartiervereine wollen sich gegen den Durchgangsverkehr wehren und setzen sich für einen Tunnel ein. (Bild: Reto Martin)

Autos unter die Teufener Strasse: Quartiervereine wollen sich gegen den Durchgangsverkehr wehren und setzen sich für einen Tunnel ein. (Bild: Reto Martin)

Die Idee eines Strassentunnels von der Liebegg bis zum Autobahnanschluss Kreuzbleiche stösst offenbar auf immer grösseres Interesse. Der Tunnel soll Teile der Stadt vom Durchgangsverkehr zwischen Autobahn und Appenzellerland entlasten. Der Quartierverein Riethüsli hat den Vorschlag, der von einem Teufner präsentiert wurde, aufgegriffen und im Mai eine Petition für den Tunnel lanciert. Nun stellen sich weitere Quartiere hinter die Idee. Der letzten Ausgabe ihrer Quartierzeitung haben St. Otmar und Tschudiwies-Centrum je einen Unterschriftenbogen beigelegt.

Schleichwege durchs Quartier

Elisabeth Fehlmann, Co-Präsidentin des Quartiervereins St. Otmar, ist überzeugt, dass ein Autotunnel eine merkliche Entlastung bringen würde. Teile von St. Otmar erstickten fast am Durchgangsverkehr. Zudem würden sich Autofahrer vermehrt Schleichwege suchen und oft viel zu schnell durch Tempo-30-Zonen fahren. Dies belaste das Quartier zusätzlich.

Auch das Nachbarquartier, Tschudiwies-Centrum, kennt das Problem. «Mit einem Tunnel würde im Quartier sehr viel Verkehr wegfallen», sagt Alfred Mallepell, Präsident des Quartiervereins. Es sei aber klar, dass das Projekt noch ein Wunschtraum sei. Mallepell sieht die Petition vor allem auch als Denkanstoss: «Wichtig ist, dass das Problem auf den Tisch gelegt wird.» Es brauche eine Lösung für den Durchgangsverkehr.

Im Riethüsli ist man «überwältigt vom Interesse», das die Petition ausgelöst hat, sagt Quartiervereinspräsident Hannes Kundert. Fast jeden Tag erhalte er ausgefüllte Unterschriftenkarten, vor allem aus den direkt betroffenen Quartieren, aber auch aus dem übrigen Stadtgebiet. Bis jetzt wurden laut Kundert 1075 Unterschriften gesammelt. «Das ist ein grosser Erfolg. Wir haben die Petition ja erst vor vier Monaten gestartet.» Der Quartierverein will noch bis zum nächsten Frühling weitersammeln. «Eine so klare Willensäusserung kann die Politiker nicht kalt lassen.»

Ein Tunnel für Bahn und Auto

Der Teufner Mathias Schreier, der die Idee des Strassentunnels lancierte, präsentierte sie als Alternative zur geplanten Durchmesserlinie Appenzell–St. Gallen–Trogen und zum Ruckhaldentunnel. Die Präsidenten der Quartiervereine wollen aber nicht so weit gehen. Sie sprechen sich weiterhin auch für den Bahntunnel aus. «Die beiden Lösungen schliessen sich nicht aus. Im Idealfall könnte ein gemeinsamer Tunnel für Bahn und Autos gebaut werden», sagt Kundert.

Er hält aber auch fest: «Das eigentliche Problem sind die Autos. Dafür braucht es eine Lösung.»