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UNTERNEHMERTREFF: Theater im Unternehmen

Betriebe wie Orchester dirigieren: Das diskutieren in Rorschach der Dirigent und Musik- produzent Christian Gansch und zwei Theaterleiter mit Wirtschaftsleuten aus der Ostschweiz und Vorarlberg.
Fritz Bichsel
Der Dirigent, Musikproduzent und Autor Christian Gansch aus München gibt in Rorschach Wirtschaftsleuten von beidseits des Rheins Ratschläge für erfolgreiches Dirigieren eines Unternehmens. (Bild: Fritz Bichsel)

Der Dirigent, Musikproduzent und Autor Christian Gansch aus München gibt in Rorschach Wirtschaftsleuten von beidseits des Rheins Ratschläge für erfolgreiches Dirigieren eines Unternehmens. (Bild: Fritz Bichsel)

Fritz Bichsel

redaktionot

@tagblatt.ch

Christian Gansch dirigierte grosse Ensembles von Weltrang, vom Deutschen Symphonie Orchester Berlin bis zum NHK Symphony Orchestra Tokyo. Dann wurde er Musikproduzent und Buchautor zum Thema «Was Unternehmen von Orchestern lernen können». Jetzt hält er im Würth-Haus das Impulsreferat am Unternehmertreff zum Thema «Vom Solo zur Sinfonie – wie man ein Unternehmen erfolgreich dirigiert». Zuhörer sind gut 150 Leute aus Wirtschaft und Politik beidseits des Rheins. Sie folgten der Einladung der Bau- und Immobiliengruppe i+R zum fünften von ihr organisierten Treffen. Dieses Grossunternehmen mit Wurzeln in Vorarlberg beschäftigt 1100 Personen und macht eine halbe Milliarde Euro oder Franken Umsatz, wie Alexander Stuchly als VR-Präsident der auch bei uns aktiven i+R Wohnbau AG informiert.

Im Gegensatz zum Management eines Unternehmens ist ein Orchesterdirigent alleiniger Chef – stellt man sich vor. «Falsch», sagt Christian Gansch. «Er kann unmöglich jeden Einsatz geben, sondern braucht in jeder Instrumentengruppe eine eigenverantwortlich mitbestimmende Führungskraft.» Der Dirigent widerlegt weitere Vorstellungen, wobei immer deutlicher wird, dass ein Orchester wie ein Unternehmen funktioniert: «Musik ist emotional, das Musizieren aber rational, strenge Arbeit für technische Umsetzung von handwerklichem Können.» – «Ein Orchester muss in jedem Saal anders spielen wegen der Akustik. Dafür muss es in kurzer Zeit wichtige Entscheide fällen.» Gansch erläutert auch Aspekte, die bei Musik ausgeprägter sind als in Betrieben: «Das Orchester erreicht sein Ziel nur in vollständiger Harmonie. Deshalb überragt Teambildung alles. Bereits kleine Fehler in einer kleinen Rolle zerstören das Werk. Der Dirigent braucht also viel Sozialkompetenz für Arbeit auch mit kleinen Rollen.»

Wie ein Betrieb, aber mit öffentlicher Subvention

In der Podiumsdiskussion nennen i+R-Geschäftsführer Reinhard Schertler und Hans-Peter Metzler, Präsident der Bregenzer Festspiele, diese Aspekte als wichtige Erkenntnisse für ihre unternehmerische Tätigkeit. Moderator Reinhard Frei, Inhaber der Agentur freicom und i+R-Verwaltungsrat, bringt einen grossen Unterschied zur Sprache: Subventionen für Orchester und Theater. Hans-Peter Metzler leitet Festspiele mit 85 Prozent Eigenfinanzierung. Zu nur gut 30 Prozent beim Theater St. Gallen verweist dessen Direktor Werner Signer auf den Kulturauftrag für Ganzjahresbetrieb, in mehreren Sparten und auch für kaum bekannte Werke. Zu Bau und Kultur erwartet Walter Locher, Kantonsrat und Präsident des kantonalen Hauseigentümerverbandes, zuversichtlich ein Ja zu 47 Millionen Franken für die Sanierung des Theaters St. Gallen, auch wenn eine Volksabstimmung im Kanton verlangt werde.

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