UNTEREGGEN: Zweiter Anlauf für Spielplatz

Nachdem die Bürgerversammlung 2016 einen Spielplatzneubau aus dem Budget gestrichen hat, präsentiert der Gemeinderat nun ein günstigeres Projekt an einem neuen Standort. Alle Wünsche erfüllt es nicht.

Linda Müntener
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Zwischen Sportplatz und Spielbüelstrasse ist ein neuer Spielplatz geplant. (Bild: Linda Müntener)

Zwischen Sportplatz und Spielbüelstrasse ist ein neuer Spielplatz geplant. (Bild: Linda Müntener)

Linda Müntener

linda.muentener@tagblatt.ch

Dieses Abstimmungsergebnis scheint auf den ersten Blick ungewöhnlich. Die Unteregger Bürgerversammlung lehnte im vergangenen Jahr einen Spielplatzneubau ab. Mit 92 Nein- zu 55 Ja-Stimmen strichen die Bürger den Betrag von 86300 Franken aus dem Budget. Hinter dem «Nein» steckt aber mehr als nur die Ablehnung des Bauprojekts. Der Gemeinderat ging deshalb nochmals über die Bücher. Er nimmt nun einen zweiten Anlauf – mit einem kostengünstigeren Projekt an einem neuen Standort.

Rückblick: Der bestehende Spielplatz neben dem Schulhaus war längst in die Jahre gekommen und musste abgebrochen werden. Am selben Standort wollte die Schule einen neuen Spielplatz errichten. Dazu hätte die Spielbüelstrasse verschoben werden müssen. Die Unteregger lehnten diese Verschiebung an der vergangenen Bürgerversammlung ab. Das löste Diskussionen aus. Denn ohne Strassenverschiebung hätte die Jugendriege den Platz für ihr Festzelt beim Grümpeli verloren – ein Grossanlass im Dorf. Dies sei denn auch der Hauptgrund für das darauffolgende klare Nein zum Neubau gewesen, vermutet der Unteregger Gemeinderatsschreiber Norbert Näf: «Wir glauben nicht, dass die Bürger grundsätzlich gegen den Bau eines Spielplatzes sind.»

Das neue Projekt sieht einen Spielplatz wenige Meter vom bisherigen Standort entfernt vor. Zwischen den Garagen an der Spielbüelstrasse und dem Sportplatz sollen eine Actionschaukel, eine Kletteranlage mit Turm, eine Schaukel, eine Rutschbahn und eine Balancieranlage entstehen. Der Aufwand für die Erschliessungsarbeiten sei an dieser Stelle gering. Ausserdem könnten die Zufahrten zum Parkplatz sowie zum Festplatz gewährleistet werden. In die Standortwahl waren dieses Mal auch die Schulleitung, die Jugi und das Organisationskomitee des Grümpeli einbezogen. «Dabei hat sich gezeigt, dass wir im Zuge der Gartenarbeiten den Festplatz verbessern könnten», sagt Näf. Dessen Niveau soll angepasst werden.

Auftrag wird nicht an Einheimische vergeben

Die Verschiebung der Zufahrtsstrasse war nicht der einzige Kritikpunkt an der Bürgerversammlung. Votanten forderten, die Spielgeräte von einheimischen Unternehmen herstellen zu lassen. Der Gemeinderat hat dies geprüft und sich entschieden, eine auswärtige Fachfirma zu beauftragen. Dabei stehe die Sicherheit der Kinder im Vordergrund, argumentiert der Rat. Spielgeräte bergen Gefahren. So passierten die meisten Unfälle auf Spielplätzen im Zusammenhang mit den Geräten. Erfahrungen zeigten, dass sich Kinder erst im Alter von zehn Jahren präventiv verhielten – zuvor gelte die volle Aufmerksamkeit dem Spielen. Deshalb will der Gemeinderat die Gefahren reduzieren. Genormte Längen, Höhen, Abstände, Fangstellen oder Fallräume müssten bei der Projektierung beachtet werden.

Der Gemeinderat hat eine Offerte von einer Fachfirma eingeholt. Da bei dieser Variante keine Strasse verschoben werden muss, fallen die Kosten günstiger aus: Der Voranschlag beträgt 60000 Franken. Die Lieferung der Spielgeräte sowie der Fallschutz kosten 43000 Franken, für den Gartenbau und die Verbesserung des Festplatzes sind 17000 Franken vorgesehen. Über den Budgetposten entscheiden die Stimmberechtigten an der Bürgerversammlung vom 3. April. Genehmigen sie das Budget, starten die Bauarbeiten nach den Sommerferien.