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UNTEREGGEN: Musik und Kultur aus Byzanz

Der byzantinisch-orientalische Abend von kommendem Samstag verspricht einige Glanzlichter aus jener Epoche. Umrahmt wird der Anlass vom Byzantinischen Chor der Region Rorschach.
Daniela Huber-Mühleis
Der Byzantinische Chor Region Rorschach besteht seit über 30 Jahren. (Bild: ZVG)

Der Byzantinische Chor Region Rorschach besteht seit über 30 Jahren. (Bild: ZVG)

Daniela Huber-Mühleis

redaktionot@tagblatt.ch

«Zurzeit wird der Orient eher mit negativen Schlagzeilen in Verbindung gebracht. Umso wichtiger ist es, niemals zu vergessen, wo wir kulturell und religiös unsere Wurzeln haben», sagt Wieland Frei, Theologe aus Untereggen. Seine Universitätsdiplomarbeit zu diesem Thema, sein dreimonatiger Aufenthalt in Istanbul und seine vielen Reisen in diese Region motivieren ihn, in seiner Pfarrei diesen aussergewöhn­lichen Anlass durchzuführen. Zusammen mit Anna Maria Frei-Braun, Vertreterin aus dem Seelsorgeteam Rorschach, möchte er das Interesse für die glanzvolle Hochkultur eines 1000-jährigen Reiches wecken. Frei ist der ­Meinung, dass in den Schweizer Schulbüchern diese Thematik viel zu wenig Beachtung finde. «In früheren Zeiten kannte die Bewunderung im Westen für diese Kultur keine Grenzen, und Byzanz wurde sogar mit dem himmlischen Jerusalem verglichen», erklärt er. Das frühere Konstan­tinopel, spätere Ostrom beziehungsweise Byzanz und heutige Istanbul ist Sitz der Mutterkirche aller Orthodoxen. Noch heute amtet der orthodoxe ökumenische Patriarch in Istanbul.

Geschichtliche Eckpfeiler

Im Zeitraum zwischen 330 und 1453 ist aus dem (ost-)römischen Reich Konstantin des Grossen mit der Hauptstadt Konstantinopel das christliche Byzantinische Reich entstanden. Anfänglich umfasste es weite Teile des Mittelmeers, später hauptsächlich das Gebiet der heutigen Türkei, Griechenland, Unteritalien, Dalmatien und Balkan. Byzanz war das Zentrum des Ostchristentums, der Religion der orthodoxen Christen. Durch die byzantinischen Mönche Kyrill und Methodius wurde die christliche Botschaft bis weit nach Russland hineingetragen. Kyrill entwickelte zudem für die Slawen aus dem griechischen Alphabet die kyrillische Schrift. «Die Architektur, die Ikonenmalerei, die Kunst der Epoche waren ein nicht zu unterschätzenden Einfluss auf andere Regionen. Byzanz hat unsere westliche Ästhetik geprägt, deren Zeugnisse wir in Griechenland, Süditalien, Ravenna und Venedig heute noch bestaunen», erklärt Frei. Er verheimlicht nicht, dass die orientalische Lebensart, wie er sie am östlichen Mittelmeer erlebt hat, eine starke Faszination auf ihn ausübt.

Ostkirchliche Musik in der Region

Der Byzantinische Chor Region Rorschach besteht seit über 30 Jahren. Rund 40 Sängerinnen und Sänger aus der Stadt und der Umgebung gehören der Gesangsgruppe an. Seit 2013 wird der Chor von der Bulgarin Silviya Georgieva aus Zürich geleitet. Die junge Dirigentin stammt aus dem slawisch-byzantinischen Kulturkreis, wo diese A-cappella-Gesänge die orthodoxe Liturgie prägen und wo sie sehr gepflegt werden. Die Melodien sind von der orientalischen Musik beeinflusst, und sie sind reich an Vierteltonchromatik. Die Liturgie des grossen Patriarchen von Konstantinopel, Johannes Chrysostomos, wird noch heute gesungen.

Der Anlass findet am Samstag, 22. April, um 19.30 Uhr in der Dorfkirche in Untereggen statt. Wieland Frei hält einen Vortrag, der mit einer Diaschau untermalt wird. Musikalisch werden die Besucherinnen und Besucher vom Byzantinischen Chor Region Rorschach, kulinarisch mit orientalisch-griechischen Häppchen verwöhnt. Der Eintritt ist frei, es gibt eine Kollekte. Die Veranstalter hoffen, bei den Anwesenden ebenfalls Träume wie von Tausendundeiner Nacht wecken zu können.

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