Unter Jägern und Sammlern

Gestern fand im Mörschwiler Gemeindezentrum die gutbesuchte Ostschweizer Sammlerbörse statt. Briefmarken, Ansichtskarten und Münzen aus der ganzen Welt und mehreren Jahrhunderten standen zum Verkauf.

Corina Tobler
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Mit Pinzette und kritischem Blick begutachtet ein Sammler das Angebot der Ostschweizer Sammlerbörse. (Bild: Corina Tobler)

Mit Pinzette und kritischem Blick begutachtet ein Sammler das Angebot der Ostschweizer Sammlerbörse. (Bild: Corina Tobler)

MÖRSCHWIL. Ein Schnäppchen, diese Genfer Briefmarke. Für 19 500 Franken bietet sie der Heerbrugger Händler Helmut Büchel an seinem Stand an; der Katalogpreis liegt bei satten 98 000 Franken. «Der Rand ist unschön abgeschnitten, das mindert den Wert», begründet Büchel den stolzen Verkaufspreis. Es gibt jedoch auch Erschwinglicheres. Fünfliber für 600 Franken; Ansichtskarten für 100 Franken und weniger wertvolle Münzen, Marken und Karten für einstellige Beträge.

Ganz gezielte Wünsche

Die Ostschweizer Sammlerbörse findet nach dem erfolgreichen Auftakt vor Jahresfrist zum zweiten Mal statt. Die Philatelistenvereine aus St. Gallen, Arbon, Rorschach, dem Rheintal, Amriswil und Romanshorn spannten damals zusammen, um die neue Börse ins Leben zu rufen. Das breitgefächerte Angebot findet Anklang bei den vielen Besuchern, die hier nach Ergänzungen für ihre Sammlungen suchen. Während die einen auf Schnäppchenjagd sind, haben die anderen ganz gezielte Wünsche, die sie oft im voraus den Händlern ankünden. So sammeln die einen Marken aus bestimmten Ländern, anderen hat's die Geschichte oder ein bestimmtes Sujet angetan. Allen gemeinsam ist, dass sie die Objekte vor dem Kauf kritisch begutachten, wenn nötig mit Lupe und Pinzette. Auch der Jüngste im Raum, der Arboner Sekschüler Oliver Sutter, weiss genau, was er will. «Ich sammle seit der sechsten Klasse und habe mich auf Schweizer Flugpostmarken spezialisiert. Bis jetzt habe ich 50 Marken und suche jetzt weitere», sagt er und hält einen Stapel in der Hand. Geld hat er dafür extra gespart. «Ich habe zusammengelegt, was ich zum Geburtstag und zu Ostern bekam.»

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