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UNMUT: Gstürm nach "Burglind": In Eggersriet erhitzen sich die Gemüter an einem abgeholzten Wäldchen

Eine Baumgruppe an einem Eggersrieter Hügel ist kürzlich gefällt worden. Dies verärgerte Wanderer und Anwohner zugleich. Auslöser für die Fällaktion war ein Sturm - und der Revierförster.
Sebastian Schneider
Die Baumgruppe wurde nach Sturmschäden abgeholzt. (Bild: Michel Canonica)

Die Baumgruppe wurde nach Sturmschäden abgeholzt. (Bild: Michel Canonica)

Es sieht brutal aus. Eine Baumgruppe an der Fürschwendistrasse in Eggersriet wurde dieser Tage grösstenteils abgeholzt. Kirschbäume, Fichten, Eschen, Ahornbäume, Birken und Weiden mussten dran glauben. Bis vor kurzem boten sie noch Schatten und Schutz für Hasen und Füchse sowie Krokusse und Schlüsselblüemli. Nun aber kommt eine Trafostation zum Vorschein, und die Fläche klafft wie eine Wunde in der sonst malerischen Gegend. Ein Bagger steht vor Ort, es muss nur noch aufgeräumt werden.

Dass aus dem Wäldchen Kleinholz gemacht wurde, ist nicht nur Wanderern aufgefallen, die im Landwirtschaftsgebiet hoch oberhalb des Bodensees unterwegs sind. Auch unter Anwohnern wurde das scheinbar brachiale Vorgehen diskutiert. Und so hat sich manch einer gefragt: War das wirklich nötig? Die Baumfällungen haben, so ist zu hören, einige «traurig und wütend zugleich» gestimmt.

Alte Bäume hielten nicht mehr stand

Die Aufregung allerdings ist umsonst. Benjamin Gautschi, Revierförster fürs Gebiet Rorschach-Sitter, hat die Fällung der Baumgruppe angeordnet. Er selber war im Januar vor Ort und war erstaunt: «Man hat gesehen, dass schon lange nichts mehr unternommen wurde», sagt Gautschi. Die meisten Bäume seien schon ziemlich alt gewesen, jedoch sei eine Verjüngungskur der Baumgruppe zuvor nie dringlich gewesen. Das hat sich mit dem Sturm Burglind geändert. Er riss zwei Fichten aus dem Boden und setzte auch dem Rest des Gehölzes zu. Die Fichten landeten schliesslich auf der Strasse, weshalb nach den Räumungsarbeiten Benjamin Gautschi aufgeboten wurde. Wie an vielen anderen Orten in seinem Forstrevier besprach er die Lage mit dem Besitzer des Wäldchens. Rasch sei klar geworden, dass sich die alten Bäume kaum noch hätten halten können und dass es Zeit wurde, Platz und vor allem Licht für Jungbäume zu schaffen. Nun, da es wieder wärmer geworden ist, hat der Pächter des Landes die Arbeit in Angriff genommen. Für die Unkosten muss laut Gautschi die Gemeinde Eggersriet aufkommen, die die Eigentümerin des Wäldchens ist.

Gautschi rechnet damit, dass die Jungbäume rasch nachwachsen. Und durch die Versamung anderer Bäume in der Gegend könnten weitere hinzukommen. Nach einigen Jahren wird Gautschi den Ort nochmals besichtigen. Wird er dann Fichten antreffen, werden nochmals Fällarbeiten verfügt. «Fichten sind für diesen Ort nicht geeignet», weiss der Förster. Diese Nadelbaumart schlage keine tiefe Wurzel und wachse vor allem in die Höhe: «Gerade an einer solchen Stelle wird ein Sturm für eine Eiche zu einer grossen Gefahr.»

Kirsche, Eiche, Esche, Ahorn, Birke und Weide dürfen laut Gautschi wieder nachwachsen. «Diese Bäume wachsen mehr in die Breite als Fichten, und ihre Wurzeln wachsen tief genug ins Erdreich.»

Ein Sturm wie Burglind zwingt Wälder also zu einer Verjüngung, was trotz des grausigen Anblicks nicht schlimm, sondern nötig ist. Eggersriet ist laut Gautschi vom Sturm vergleichsweise schwach getroffen worden. Im Gebiet rund um die Stadt St. Gallen und Richtung Wil habe ein Vielfaches an Bäumen gefällt werden müssen. Und dieses Gebiet wiederum habe nur einen Bruchteil vom Schaden erlebt, der am Walensee und in der Innerschweiz angerichtet worden war.

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