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UNIVERSITÄTSAUSBAU: Die HSG baut ein Lernzentrum

Die St.Galler Regierung treibt den Bau des zweiten Campus in der Stadt und die Sanierung der HSG-Bibliothek voran. Das dritte Projekt realisiert die HSG-Stiftung: ein Learning Center am Rosenberg.
Marcel Elsener
Vorgesehenes Baugrundstück des Lernzentrums nördlich der bestehenden HSG-Bauten: Die Familiengärten (links) sollen nicht tangiert werden. (Bild: Urs Bucher)

Vorgesehenes Baugrundstück des Lernzentrums nördlich der bestehenden HSG-Bauten: Die Familiengärten (links) sollen nicht tangiert werden. (Bild: Urs Bucher)

Marcel Elsener

marcel.elsener@tagblatt.ch

Die Universität St.Gallen (HSG) platzt mit derzeit 8300 Studenten aus allen Nähten und muss ausbauen: erstens am Rosenberg und zweitens am Platztor, wo ein zusätzlicher Campus für Lehre, Forschung sowie das MBA-Vollzeitprogramm entstehen soll. Das ist in Umrissen seit Jahren bekannt, doch nun sind die Pläne gereift. Und es kommt ein neues Projekt dazu: Neben der Sanierung ihrer Bibliothek plant die HSG nördlich davon ein Learning Center – ein privat finanzierter Neubau mit 500 Lern- und Arbeitsplätzen für neue, speziell digitale Formen des Lernens.

Die drei grossen Bauvorhaben für die HSG mit Gesamtkosten von rund 260 Millionen Franken betreffen vor allem die Quartierbevölkerung: Diese wurde gestern Abend von Vertretern des Kantons, der Stadt und der Universität zuerst über den Stand der Planung informiert. Weil der Standort des Learning Centers gemäss Mitteilung «den Naturgarten und die Familiengärten flächenmässig nicht tangiert» (und höchstens während der Bauphase beeinträchtigt), dürfte zumindest die bislang am lautesten hörbare Kritik gegen die Ausbaupläne verstummt sein.

HSG soll sich am Campus Platztor beteiligen

Grösster Baubrocken ist das Areal Platztor am Rand der St.Galler Innenstadt: Im dortigen Campus-Neubau sollen bis zu 3000 Studierende Platz finden. Im Erdgeschoss sind «universitätsnahe Drittnutzungen» vorgesehen, genannt wurden schon Ideen wie eine Pizzeria, eine Papeterie oder eine Bank. Entlang des Unteren Grabens soll ein öffentlicher Platz entstehen. «Wir wollen die Chance, die HSG an die Stadt anzubinden, wirklich nutzen», sagt Baudirektor Marc Mächler. Deshalb plant man eine möglichst direkte Fusswegverbindung auf Treppenanlagen zwischen Rosenberg und Platztor sowie grosszügige Übergänge zur Altstadt, ob mittels Ausbaus der bestehenden Unterführung oder einer oberirdischen Passarelle, ist noch offen.

Die Gesamtkosten für den Campus Platztor betragen nach aktueller Planung 205 Millionen Franken. Darin enthalten sind ein voraussichtlicher Bundesbeitrag von 25 Millionen Franken und – gemäss ausdrücklicher Forderung der Kantonsregierung – Eigenleistungen der HSG von 20 Millionen Franken. Zusammen mit dem Standortbeitrag der Stadt von 2 Millionen (im Rahmen des Grundstückverkaufs am Platztor) resultiert für den Kanton ein Kreditbedarf von 158 Millionen Franken. Der Kantonsrat wird die Botschaft 2018 beraten, die Volksabstimmung ist für 2019 vorgesehen. Erst dann wird gemäss neuem Immobilienmanagement des Kantons der Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Baubeginn ist frühestens 2023, Fertigstellung 2027.

16 Millionen Franken für Bibliothekssanierung

Schneller realisiert werden soll das zweite HSG-Bauvorhaben des Kantons: Das dreissigjährige und zunehmend stark beanspruchte Bibliotheksgebäude am Standort Rosenberg muss erneuert werden. Zwar bleibt die Kapazität auf 3500 Studierende beschränkt, doch sollen unter anderem die Haustechnik und das Flachdach saniert und Massnahmen für Erdbebensicherheit und Brandschutz getroffen werden. Die Instandsetzung ist auf 16 Millionen Franken veranschlagt; da der wertvermehrende Teil 1,3 Millionen beträgt, unterliegt die Bibliotheksvorlage dem fakultativen Finanzreferendum. Sie soll bis zum Herbst erarbeitet und im Kantonsrat im ersten Halbjahr 2018 beraten werden. Geplant sind die Arbeiten jeweils während der Sommersemesterferien in den Jahren 2019 bis 2021.

Mit der im «Union»-Gebäude am Blumenmarkt geprüften Publikumsbibliothek hat die Erneuerung der HSG-Bibliothek nichts zu tun; Ideen, die Bibliotheken zusammenzulegen, wurden bereits in einer früheren Studie verworfen und nicht mehr aufgenommen. Allerdings ist unbestritten, wie Bauchef Mächler bestätigt, dass die HSG-Studenten öffentliche Einrichtungen wie das Bibliotheksprovisorium in der Hauptpost oder die Fachhochschule intensiv nutzen. «Unsere Lernplätze sind derzeit überall in der Stadt verteilt, was nicht die besten Voraussetzungen sind», sagt HSG-Verwaltungsdirektor Bruno Hensler. Sogar Restaurants figurieren auf dem internen «Seat Finder» für Studentenarbeitsplätze der Universität.

40-Millionen-Bau mit Schenkungen finanziert

Entlastung bringen soll der Bau des Learning Centers mit 500 Arbeitsplätzen, die von bis zu 2000 Studierenden genutzt werden können. Auf 3500 Quadratmetern sollen laut Mitteilung «innovative Lernumgebungen» im digitalen Zeitalter geschaffen und in Gruppenarbeitsräumen und Arenen «zukunftsfähige Kompetenzen gefördert» werden, beispielsweise auch «die Fähigkeit, Debatten zu führen».

Finanziert wird das 40 bis 50 Millionen teure Lernzentrum privat, sprich gänzlich durch Schenkungen an die HSG-Stiftung. Die Stiftung ist laut Hensler «zuversichtlich», die Summe bereitstellen zu können; der erste Spendenstand wird Anfang 2018 bekannt gegeben. Zur Klarstellung: Die 20 Millionen HSG-Anteil am Platztor-Projekt sind nicht Sache der Stiftung, sondern werden aus Rückstellungen und anderen Budgetposten der Universität bestritten. Der Kanton stellt der HSG-Stiftung das Grundstück für das Lernzentrum im Baurecht zur Verfügung. Auch hier ist ein Architekturwettbewerb vorgesehen. Baubeginn soll 2019/20 sein, Inbetriebnahme 2022.

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