Unia kritisiert Firma wegen Eurolöhnen

EBNAT-KAPPEL. Die Kunststoffverarbeitungsfirma Scheu AG in Ebnat-Kappel soll ihren Angestellten längere Arbeitszeiten und Löhne in Euro aufgezwungen haben. Das schreibt die Gewerkschaft Unia in einer Mitteilung.

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EBNAT-KAPPEL. Die Kunststoffverarbeitungsfirma Scheu AG in Ebnat-Kappel soll ihren Angestellten längere Arbeitszeiten und Löhne in Euro aufgezwungen haben. Das schreibt die Gewerkschaft Unia in einer Mitteilung. Die Betroffenen müssten ab sofort zum gleichen Lohn täglich eine halbe Stunde länger arbeiten. Zudem habe die Geschäftsleitung der Firma verfügt, dass die Löhne an den Wechselkurs des Euro gebunden werden sollen. Laut Mitteilung der Unia mussten die Angestellten Ende Januar eine entsprechende Erklärung unterschreiben. Wer nicht unterzeichnete, riskierte laut Unia die Kündigung.

Die Scheu AG nutze die Frankenkrise, «um auf dem Buckel der Arbeitnehmenden die Kosten zu senken», kritisiert die Gewerkschaft. Sie fordert die kantonalen Behörden auf, umgehend bei der Firma zu intervenieren. «Dieses Vorgehen ist klar ungesetzlich. Gemäss Obligationenrecht trägt zwingend der Arbeitgeber das wirtschaftliche Risiko. Er darf es nicht auf die Angestellten überwälzen», schreibt die Unia. Das Währungsrisiko gehöre zu den wirtschaftlichen Risiken. Der Arbeitgeber dürfe damit keine vom Währungskurs abhängigen Löhne festsetzen. Falls die Firma tatsächlich Exportprobleme aufgrund der Frankenkrise haben sollte, stünde ihr das neu geschaffene Instrument der währungsbedingten Kurzarbeit zu Verfügung.

Die Geschäftsführung der Scheu AG wollte zu den Vorwürfen auf Anfrage keine Stellung nehmen. (ar)

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