Uni als Werbebühne für Nachtclubs

Zwei junge Frauen aus der Halbwelt der Reality-Shows beziehungsweise Erotikbranche machten Anfang Woche den Uni-Campus auf dem Rosenberg unsicher. Sie warben für ihre Auftritte als DJs in zwei Nachtclubs. Die HSG-Leitung ist darob alles andere als erfreut.

Fredi Kurth
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Für das St. Galler Wetter etwas gar leicht bekleidet: So präsentierte Micaela Schäfer ihr Erscheinen an der Universität auf Facebook. (Bild: Facebook)

Für das St. Galler Wetter etwas gar leicht bekleidet: So präsentierte Micaela Schäfer ihr Erscheinen an der Universität auf Facebook. (Bild: Facebook)

Nachtclubs der Stadt haben die Startwoche an der Universität offensichtlich als ideales Feld für ihre Werbetouren entdeckt. Denn zum Studentenleben, und das ist kein Geheimnis, gehört auch das Nachtleben. Dieses ist aber kein offizielles Thema der Startwoche. Umso mehr sehen Nachtlokale Bedarf: Diese Woche sind das Erotik-Model Micaela Schäfer und RTL-Dschungel-Star Georgina Fleur an der HSG gesichtet worden. Ihre Absicht war, Universitäts-Neulinge für den Besuch im «Trischli» und «Elephant Club» zu umgarnen.

Bis ins Herz der Universität

Wie Bilder im Facebook und auf Twitter belegen, erschien Schäfer, für die Jahreszeit gar leicht bekleidet, am Informationsdesk der Startwoche im Hauptgebäude. Georgina Fleur schaffte es in einem solideren, weissen Anzug bis zur Kantine.

Dem Ruf der Universität mögen solche Aktionen und Foto-Shootings nicht unbedingt zuträglich sein. Möglicherweise ist man an der HSG auch der Ansicht, dass ausgiebige Besuche in Nachtclubs der Konzentration junger Studenten schaden könnten. Für die Leitung der Universität geht es aber nicht zuletzt darum, dass Werbetouren aller Art, auch das Verteilen von Flyern, auf dem Campus nicht erlaubt sind. Marius Hasenböhler, Leiter Kommunikation an der HSG, sagt: «Leider wurde die Startwoche erneut für eine solche Werbeaktion missbraucht.» Er spielt auf einen Vorfall vor einem Jahr an, als das It-Girl Gina-Lisa Lohfink über das Uni-Gelände stolziert war. «Die Verantwortlichen der Startwoche haben damals mit den Club-Besitzern gesprochen. Leider hat es nichts gefruchtet», sagt Hasenböhler. «Nun müssen wir prüfen, was wir nächstes Jahr dagegen unternehmen können.»

Nachtclubs haben Ziel erreicht

Bei den Clubs allerdings will man nichts wissen von geplanten Aktionen. «Für uns hat ein Student Georgina Fleur verpflichtet», sagt der «Trischli»-Mediensprecher Ramon Joss. Beim «Elephant-Club» wird das Erscheinen an der Uni als Werbegag von Micaela Schäfers Manager bewertet. Wie auch immer – beide Frauen hatten bereits ihre DJ-Auftritte, und der Zweck ist erfüllt: Die Präsenz in Schweizer und deutschen Online-Medien war gestern beachtlich.