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UNFÄLLE: Rote Köpfe wegen gelber Fläche

Die Pläne der Stadt zur Neugestaltung der St.-Georgen-Strasse beim Mühleggweier stossen im Quartier auf wenig Gegenliebe. Vor allem der Übergang für Fussgänger bereitet Anwohnerinnen und Anwohnern Sorge.
David Gadze
Die Stadt plant, den Fussgängerstreifen bei der Haltestelle Mühlegg aufzuheben und durch eine gelbe Fläche zu ersetzen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Stadt plant, den Fussgängerstreifen bei der Haltestelle Mühlegg aufzuheben und durch eine gelbe Fläche zu ersetzen. (Bild: Hanspeter Schiess)

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Beim Fussgängerstreifen bei der Bergstation der Mühleggbahn kommt es immer wieder zu Unfällen. Jetzt handelt die Stadt: Sie will die Strasse in jenem Bereich neu gestalten. Geplant ist, die Bushaltestellen Mühlegg – insbesondere jene stadteinwärts, die in einer Kurve liegt – anzupassen und den dazwischen liegenden Fussgängerstreifen aufzuheben. Stattdessen soll dort eine gelbe Strassenfläche entstehen, die eine Art Korridor zwischen der Mühleggbahn und der anderen Strassenseite bilden würde. Er wäre zwar viel breiter als der Fussgängerstreifen, der Vortritt für Fussgänger fiele aber weg.

Das Stadtparlament hat an seiner Sitzung vom vergangenen Dienstag das Geschäft angenommen («Tagblatt» vom 21. März). Die Begeisterung für diese Idee hält sich im Quartier jedoch in Grenzen, zumindest wenn man die Reaktionen an der Hauptversammlung des Quartiervereins St. Georgen vom vergangenen Freitagabend als Massstab nimmt. Dort gab insbesondere diese Neugestaltung zu reden.

Noch gefährlicher als ohnehin schon

Wie Vorstandsmitglied Martin Boesch, beim Quartierverein für das Ressort Umwelt und Verkehr zuständig, erläuterte, herrschten im Bereich der Haltestellen «komplizierte Verhältnisse». Immer wieder komme es zu brenzligen Situationen, wenn die stadteinwärts oder stadtauswärts fahrenden Autos die aus beiden Richtungen vor dem Fussgängerstreifen haltenden Busse überholten. Obwohl in jenem Bereich der St.-Georgen-Strasse künftig Tempo 30 gelten soll – die Einführung ist aufgrund von Einsprachen noch hängig –, scheint zumindest ein Teil der Quartierbevölkerung von der präsentierten Lösung wenig angetan zu sein. Einige Anwesende äusserten die Befürchtung, dass sich die Situation für Fussgänger ohne einen Fussgängerstreifen verschlechtern werde. Stadträtin Maria Pappa hielt dem entgegen, die Stadt habe an anderen Orten mit solchen gelben Flächen gute Erfahrungen gemacht. Ausserdem würden bereits heute nicht alle Autofahrer an Fussgängerstreifen anhalten. Ein grauer Streifen zwischen den Fahrbahnen soll sie künftig vom Überholen abhalten.

Dass sich ausgerechnet dort ein Unfallschwerpunkt auf städtischen Strassen befinde, habe nur teilweise mit der Geschwindigkeit zu tun, antwortete Pappa auf die Frage, warum die Stadt nicht die Einführung der Tempo-30-Zone abwarte. Vielmehr sei die Übersicht mangelhaft. Mit der Neugestaltung wolle die Stadt die Sichtverhältnisse verbessern. Eine neue Anordnung der Parkplätze neben der Wertstoffsammelstelle ermögliche den Autofahrern ausserdem künftig, auf die St.-Georgen-Strasse zu gelangen, ohne rückwärts fahren zu müssen. Indem gleichzeitig der kleine Platz neben der Bergstation der Mühleggbahn aufgewertet werde, könne auch das Quartierzentrum gestärkt werden.

«Für wen schafft die Stadt dort einen Aufenthaltsort?»

Stadtparlamentarier Werner Ruppeiner, der wenige Meter weiter südlich eine Bäckerei betreibt und deshalb als Direktbetroffener im Rat in den Ausstand treten musste, kritisierte diese Pläne. Die Neugestaltung des Platzes sei unnötig. «Für wen schafft die Stadt dort einen Aufenthaltsort? Für jene, die dort entsorgen?» Ausserdem sei es stossend, dass diverse blaue Parkplätze entlang der St.-Georgen-Strasse künftig als weisse Parkplätze markiert würden.

Maria Pappa entgegnete, dieser Entscheid sei schon vor Jahren und unabhängig von der Neugestaltung des Strassenbereichs bei der Mühleggbahn gefällt worden. Die Baudirektorin zeigte sich sogar zuversichtlich, dass diese Regelung dem Gewerbe zu Gute kommen werde, da die Parkplätze dadurch kürzer besetzt sein würden.

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