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Nach Raubüberfällen: Acrevis verlässt Wittenbach

Nach 45 Jahren gibt die Acrevis Bank den Standort Wittenbach auf. Hauptgrund sind zwei Überfälle innert eines Jahres. Andere Banken sehen keinen Handlungsbedarf.
Noemi Heule
Die Filiale der Acrevis Bank zügelt von der St. Gallerstrasse in Wittenbach an den Marktplatz in St. Gallen. (Bild: Ralph Ribi)

Die Filiale der Acrevis Bank zügelt von der St. Gallerstrasse in Wittenbach an den Marktplatz in St. Gallen. (Bild: Ralph Ribi)

Zweimal wurde die Acrevis Bank in Wittenbach in den vergangenen zwölf Monaten überfallen. Maskierte Räuber bedrohten die Angestellten mit Feuerwaffen und verlangten Bargeld. Anschliessend brausten die Täter in unbekannte Richtung davon. Nun hat die Acrevis entschieden, den Standort nach 45 Jahren aufzugeben. Ein Grund dafür sind die Überfälle, aber nicht der einzige.

Der Entscheid sei das Resultat einer umfassenden Standortanalyse, heisst es in einer Medienmitteilung der Bank. Der wichtigste Punkt mache die Sicherheit aus. Denn nach dem letzten Überfall im Juli kehrte die Bank nicht mehr zum Courant normal zurück. Die Filiale blieb jeweils am Nachmittag geschlossen. Zusätzlich zu den Kundenberatern war jederzeit eine Sicherheitsperson anwesend, «zum Schutz von Personal und Kundschaft», wie Stephan Weigelt, Geschäftsleiter der Bank sagt. «Um die Sicherheit dauerhaft zu verbessern, hätten wir massiv investieren und Lösungen schaffen müssen, die unserem Standard der Kundenfreundlichkeit nicht entsprechen würden.» Stattdessen werde nun ein Schritt vorgezogen, der sich in absehbarer Zukunft ohnehin abgezeichnet hätte.

Kleine Filialen wie jene in Wittenbach seien kein Zukunftsmodell, sagt Weigelt und führt die Digitalisierung oder die abnehmende Bedeutung von Bargeldtransaktionen ins Feld. Mit einer grösseren Filiale mit grösserem Angebot in unmittelbarer Nähe rechne sich der Standort Wittenbach trotz 1500 Kunden langfristig nicht. Die bei­den Kundenberater zügeln Ende ­Oktober an den Marktplatz in St. Gallen.

Täter weiterhin nicht ermittelt

Der Standort an der St. Galler­strasse in Wittenbach gilt nicht ohne Grund als unsicher. in den vergangenen drei Jahren wurden nebst der Bank Tankstellenshops und Kioske von Räubern heimgesucht. Alle Betriebe liegen an der stark befahrenen Strasse, die das Dorf mit der Stadt verbindet. Polizeisprecher Florian Schneider wundert sich denn auch nicht über die Häufung von Überfällen. Verbrecher suchten mit Vorliebe Orte auf, die es ihnen ermöglichen, schnellstmöglich abzutauchen, wie er im Juli gegenüber dem «Tagblatt» sagte. Über die St. Gallerstrasse flüchten sie in die Anonymität der Stadt oder tauchen, in der entgegengesetzten Richtung, im Thurgau unter. Trotz zahlreicher Hinweise konnten die Täter der Überfälle bislang nicht ermittelt werden.

Nach den Überfällen will die Acrevis Bank die Sicherheit in all ihren Standorten erhöhen: Transaktionen mit Bargeld sollen minimiert und die Bargeldbestände klein gehalten werden, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Keinen Grund, die Sicherheit zu erhöhen, sieht die Kantonalbank, deren Standort in Wittenbach an derselben Strasse liegt, rund 100 Meter von der Acrevis entfernt. «Die St. Galler Kantonalbank hält in allen Niederlassungen dieselben Sicherheitsmassnahmen ein», sagt Sprecher Adrian Kunz. Und ergänzt: «Wir halten am Standort Wittenbach fest.» Gleiches lässt die Raiffeisenbank Wittenbach-Häggenschwil verlauten: «Die Sicherheitsstandards von Raiffeisen werden schweizweit umgesetzt», sagt Bankleiter Marcel Helfenberger. Somit seien in Wittenbach keine weiteren Massnahmen nötig.

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