UMZONUNG: Post will gleichlange Spiesse

Die Post will die Parzelle an der St.-Leonhard-Strasse 45 umzonen lassen. Dadurch soll die Vermietung der leerstehenden Räume im Erdgeschoss einfacher werden. Die Pläne dafür liegen öffentlich auf.

Luca Ghiselli
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Die Räume im Erdgeschoss des Postgebäudes an der St.-Leonhard-Strasse stehen seit einigen Jahren leer. (Bild: Urs Bucher)

Die Räume im Erdgeschoss des Postgebäudes an der St.-Leonhard-Strasse stehen seit einigen Jahren leer. (Bild: Urs Bucher)

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch

Seit bald 17 Jahren gibt es im Postgebäude an der St.-Leonhard-Strasse 45, einen Steinwurf von der Hauptpost entfernt, keine Publikumsnutzung mehr. Im Jahr 2000 wurde der Eildienstschalter im Erdgeschoss geschlossen. Trotzdem blieb die Parzelle, die sich in Besitz der Post befindet, bis anhin in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Das ist nicht mehr zeitgemäss, findet die Post und hat deshalb ein Gesuch für eine Umzonung bei der Stadt eingereicht. Neu soll die Parzelle wie alle benachbarten Gebäude auch in der Kernzone 5 stehen. Davon erhofft sich die Post, die Räume in Zukunft leichter vermieten zu können. Denn die Zone für öffentliche Bauten ist für Gebäude im öffentlichen Interesse wie Schulen, Kirchen oder Altersheime und nicht für private Zwecke reserviert.

Abbruch des Gebäudes stand nie zur Debatte

Im Zentrum der Umzonung steht also vor allem die veränderte Nutzung des Gebäudes. Ein Abbruch des Hauses sei nie zur Diskussion gestanden, sagt Post-Sprecher Oliver Flüeler auf Anfrage. «Es geht darum, den Zonenplan den aktuellen Begebenheiten und Bedürfnissen anzupassen», sagt Flüeler. Zu Zeiten der einstigen PTT sei in dem Gebäude die Poststellendirektion untergebracht gewesen. «Es hat sich also um eine Verwaltungsabteilung gehandelt. Seit der Umwandlung der Post in eine Aktiengesellschaft ist das aber nicht mehr der Fall.» Indem die Parzelle in die gleiche Zone wie die umliegenden Gebäude umgezont wird, würde die Stadt «gleichlange Spiesse bei den Vermietungsmöglichkeiten schaffen», sagt Flüeler. Welche Mieter sich die Post für die Liegenschaft vorstellen könnte, kann Flüeler noch nicht sagen. «Benötigen wir sie nicht selbst, möchten wir sie einer marktwirtschaftlichen Nutzung zuführen», sagt Flüeler. «Das können beispielsweise Geschäfte oder Büroräumlichkeiten sein», sagt er.

Stadtrat geht mit der Post einig

Auch die Stadt zeigte an der Parzelle Interesse, wie aus dem stadträtlichen Beschluss zur Umzonung hervorgeht. Im Oktober habe sie nachgefragt, ob die Post allenfalls dazu bereit sei, die Parzelle zu verkaufen. Dies wurde aber abgelehnt. «Es ist nicht unsere Strategie, Liegenschaften zu veräussern, nur weil sie nicht mehr für eigentliche Postzwecke gebraucht werden», sagt Post-Sprecher Flüeler dazu. Ziel sei vielmehr, dass die Liegenschaften an attraktiven Standorten durch die Vermietung Rendite abwerfen. Auswirkungen auf die Hauptpost habe die Umzonung nicht, sagt Flüeler.

Der Stadtrat teilt die Einschätzung der Post, dass eine Zonenplanänderung angebracht sei. Die Aufgaben mit Publikumsverkehr biete die Post seit mehreren Jahren in der Hauptpost an. Die Post habe daher «aufgrund der geänderten Verhältnisse ein berechtigtes Interesse daran, dass für die Parzelle die Beschränkung auf öffentliche Bauten und Anlagen aufgehoben wird», heisst es im stadträtlichen Beschluss. Die Zonenplanänderung liegt noch bis 5. April in der Baudokumentation im Amtshaus an der Neugasse 1 auf.