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UMFRAGE ZU ELTERNTAXIS IN RORSCHACH: «Die Leute sollen nicht immer so bequem sein!»

Doch keine Elterntaxi-Haltestelle. Vor dem Primarschulhaus Klosterguet in Rorschacherberg wird es nun keine Haltebucht für Elterntaxis geben. Was denken die Rorschacherinnen und Rorschacher über Elterntaxis?
Rossella Blattmann/ rebecca Frei
Sandra Daoud, 29, in Mutterschaft, Rorschach (Bild: Rebecca Frei)

Sandra Daoud, 29, in Mutterschaft, Rorschach (Bild: Rebecca Frei)

Am Mittwochabend wurde an der Bürgerversammlung in Rorschacherberg ein entsprechendes Bauvorhaben verhindert. Hauptargument der Befürworter war, dass die zuweilen unübersichtliche und gefährliche Verkehrssituation vor dem Klosterguet-Schulhaus entschärft würde. Was denken die Rorschacherinnen und Rorschacher über Elterntaxis? Wie sind sie damals selber zur Schule gegangen? Was für Erinnerungen haben sie an den Schulweg mit ihren Gspänli? Wie bringen sie ihre eigenen Kinder zur Schule? Was halten sie davon, dass es in Rorschacherberg nun doch keine Elterntaxi-Haltestelle gibt? Bräuchte es ihrer Meinung nach auch in der Stadt Rorschach vor den Schulhäusern einen Halteplatz für Eltern? Wir haben Passanten auf der Strasse nach ihrer Meinung gefragt.

Sandra Daoud, 29, in Mutterschaft, Rorschach (Bild: Rebecca Frei)

Sandra Daoud, 29, in Mutterschaft, Rorschach (Bild: Rebecca Frei)

Ich finde Elterntaxis nicht gut. Mütter und Väter sollten ihre Söhne und Töchter nicht mit dem Auto zur Schule fahren, und auf andere Möglichkeiten ausweichen. Die Kinder sollten besser mit dem Schulbus, dem Velo, oder zu Fuss in die Schule. Ich selber bin in Deutschland aufgewachsen und mit dem Schulbus zur Schule. Eine Haltestelle speziell für Elterntaxis würde ich hingegen begrüssen. Man kann Elterntaxis nun mal nicht umgehen. Mit zusätzlichen Parkplätzen könnte man die Situation vor den Schulhäusern auf jeden Fall sicherer machen. Vor allem für die noch kleinen Schülerinnen und Schüler.

Dagmar Schai, 78, Pensionärin, Rorschach (Bild: Rebecca Frei)

Dagmar Schai, 78, Pensionärin, Rorschach (Bild: Rebecca Frei)

Kinder sollten früh Selbstständigkeit lernen. Ich verstehe es, wenn Eltern von jüngeren Kindern ihren Nachwuchs in die Schule begleiten. Bis zur zweiten und dritten Klasse finde ich das sinnvoll. Später sind die Kinder aber alt genug, um allein in die Schule zu gehen. Allerdings sollten Eltern ihre Kinder nicht mit dem Auto, sondern zu Fuss in die Schule begleiten. Meine Kinder haben im Klosterguet-Schulhaus in Rorschacherberg die Schule besucht. Sie gingen zu Fuss, mit dem Velo durften sie nicht. Ich selber bin in Berlin-Mitte aufgewachsen. Ich ging stets mit einer Gruppe von drei, vier anderen Kindern in die Schule.

Luis Cruz, 40, Bauarbeiter, Rorschach (Bild: Rebecca Frei)

Luis Cruz, 40, Bauarbeiter, Rorschach (Bild: Rebecca Frei)

Meine Kinder gehen hier ins Rorschacher Pestalozzi-Schulhaus in die Primarschule. Ich bin Bauarbeiter, und wenn ich nicht arbeiten muss, dann hole ich meine Kinder mit dem Auto von der Schule ab. Die Parkplätze in der blauen Zone auf der Pestalozzistrasse, oberhalb des Schulhauses, sind fast immer alle besetzt. Es ist sehr schwierig, einen Parkplatz zu finden. Haltestellen für die Eltern, die ihre Kinder abholen, würde ich sehr begrüssen. Meine Frau hingegen bringt und holt unsere Kinder immer zu Fuss. Das dauert mit unseren noch kleinen Kindern etwa zwanzig Minuten, aber meine Frau hat keinen Fahrausweis.

Vreni Kaufmann, 70, Pensionärin, Rorschach (Bild: Rebecca Frei)

Vreni Kaufmann, 70, Pensionärin, Rorschach (Bild: Rebecca Frei)

Von Elterntaxis halte ich nichts. Die Leute sollen nicht immer so bequem sein! Das Erlebnis Schulweg mit den Gspänli geht so doch völlig verloren. Haltestellen für die Eltern, die ihre Knaben und Mädchen mit dem Auto von der Schule abholen? Also nein. Das finde ich völlig übertrieben. Man soll nicht immer allem entgegen kommen. Meine Kinder haben das Klosterguet-Schulhaus in Rorschacherberg besucht. Sie haben den 30 Minuten langen Schulweg vom Wartensee zum Klosterguet hinauf immer zu Fuss absolviert. Egal bei welchem Wetter. Das hat ihnen gut getan. Im Winter haben sie sogar den Schlitten genommen.

Elterntaxis sind für die einen ein Ärgernis, für die anderen eine Selbstverständlichkeit. (Bild: Urs Bucher)

Elterntaxis sind für die einen ein Ärgernis, für die anderen eine Selbstverständlichkeit. (Bild: Urs Bucher)

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