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UMFRAGE: Den Puls der Betagten fühlen

Sämtliche Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Gossau im Alter über 50 erhalten in diesen Tagen Post von der Stadtkanzlei: Der Stadtrat will die Bedürfnisse betagter Menschen abklären.
Daniel Wirth
Wenn das Essen nach Hause geliefert wird, können viele betagte Menschen länger selbstbestimmt leben. (Bild: Imago)

Wenn das Essen nach Hause geliefert wird, können viele betagte Menschen länger selbstbestimmt leben. (Bild: Imago)

Daniel Wirth

daniel.wirth@tagblatt.ch

«50plus». Diese Bezeichnung einer Altersgruppe ist ungewohnt, werden die Seniorinnen und Senioren dank des Fortschritts in Medizin und Forschung doch je länger, je agiler. Ungeachtet des demografischen Wandels mit seinen Besonderheiten schreibt der Stadtrat von Gossau in Zusammenarbeit mit der terzStiftung (siehe Zweittext) jetzt alle rund 7400 Einwohnerinnen und Einwohner über 50 an, um die «Bedürfnisse älterer Einwohner» zu erfassen.

Stadträtin Helen Alder Frey, Vorsteherin des Departementes Jugend, Alter und Soziales der Stadt Gossau, hat eine Erklärung für die Definition «50plus» in Zusammenhang mit der gerade laufenden Umfrage. «Menschen um die 50 haben betagte Eltern, die Dienstleistungen rund um Mobilität, Freizeit, Gesundheit und Pflege beanspruchen», sagt Alder Frey. Dem Stadtrat sei auch die Meinung der Angehörigen der eigentlichen Zielgruppe wichtig, schliesslich gehe es darum, allfällige Lücken im Dienstleistungsangebot zu erkennen und optimieren. Die Umfrage geschieht mit einem Fragebogen, der von der terzStiftung entwickelt und auf Gossau angepasst wurde. Die Fragebogen werden anonymisiert, wie es heisst. Eine Begleitgruppe mit Vertretern von ­verschiedenen Gossauer Altersorganisationen und des Departementes Jugend, Alter und Soziales wird gemäss Mitteilung anschliessend die Ergebnisse analysieren und Massnahmen definieren. Im Projekt ist auch der Einbezug der Fokusgruppe «50plus» vorgesehen. Dies soll sicherstellen, dass die geplanten Massnahmen den Bedürfnissen der Zielgruppe entsprechen.

Umfrage kostet die Stadt Gossau nichts

Während die Umsetzung der Massnahmen zur Schliessung der Lücken im Dienstleistungsangebot für betagten Menschen Investitionen auslösen werden, kostet die Durchführung der Umfrage «50plus» die Stadt Gossau nichts, wie Stadträtin Alder Frey auf Anfrage sagt. Eine Stiftung würde die Kosten übernehmen. Einen akuten Grund für die Umfrage gibt es laut Alder Frey nicht: «Wir wollen herausfinden, ob es Lücken im Angebot gibt.» In Zusammenarbeit mit der terzStiftung wurde in Gossau vor sechs Jahren schon einmal eine Umfrage bei der älteren Generation durchgeführt, wie Thomas Meyer, Leiter Wissenschaft bei der terzStiftung, weiss. Damals sei es darum gegangen, die Bedürfnisse nach Wohnraum für Betagte abzuklären. «Plätze in Alters- und Pflegeheimen gibt es in Gossau genügend», sagt Alder Frey, bei der jüngsten Umfrage gehe es um das Dienstleistungsangebot für ältere Menschen.

Die Stadt Kreuzlingen als gutes Beispiel

Gemäss Thomas Meyer führte die terzStiftung im vergangenen Jahr eine ähnliche Umfrage bei den über 50-Jährigen der Stadt Kreuzlingen durch. Mit einem «traumhaften» Rücklauf der Fragebogen von 34 Prozent. Wie in Kreuzlingen gehe es jetzt in Gossau auch um Fragen rund um die spitalexterne Betreuung (Spitex), das Angebot der Pro Senectute, um Essen auf Rädern oder um den ambulanten Hospiz-Dienst für Menschen in der allerletzten Lebensphase. Und genau bei solchen Fragen sei die sogenannte Sandwich-Generation, also Leute um zwischen 50 und 60, eine gute Informationsquelle, sagte Meyer. In Kreuzlingen würden nun Massnahmen getroffen, um Lücken im Angebot und bei den Informationen zum Angebot zu schliessen. Meyer nennt als Beispiel das Verschwinden eines beliebten Treffpunkts für betagte Menschen. Sollte dies bei einer Umfrage bemängelt werden, könnte ein Stadtrat oder ein Gemeinderat zusammen mit Organisationen, die sich mit Altersfragen beschäftigten, dafür sorgen, dass ein neuer Treffpunkt für die ältere Generation geschaffen werde. Helen Alder Frey wünscht sich denn auch eine möglichst hohe Antwortquote. Vor sechs Jahren lag diese in Gossau bei 16 Prozent. Thomas Meyer: «Auch das war ein guter Wert.»

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