Umfahrung Mühlegut, wirklich gut?

Der Gemeinderat Goldach möchte den Verkehr aus dem Zentrum des Dorfes raus haben. Nach Vorliegen einer Studie kommt er zum Schluss, dass die Umfahrung/Unterführung Mühlegut weiter zu verfolgen sei. Der Gemeinderat lässt dabei wichtige Punkte ausser Acht.

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Der Gemeinderat Goldach möchte den Verkehr aus dem Zentrum des Dorfes raus haben. Nach Vorliegen einer Studie kommt er zum Schluss, dass die Umfahrung/Unterführung Mühlegut weiter zu verfolgen sei. Der Gemeinderat lässt dabei wichtige Punkte ausser Acht.

Siedlungspolitisch: Die Politische Gemeinde verfügt nur noch über wenige Baulandreserven (Wohnbau) mit welchen haushälterisch umzugehen ist. Mit der Umfahrung durch das Mühlegutquartier werden zwei erst-klassige Baulandparzellen an zentrumsnaher Lage ziemlich genau in der Mitte durchtrennt und damit wertvolles Bauland zerstört. Ist die Goldacher Bevölkerung hiermit einverstanden?

Im Weiteren ist die Überquerung/Unterführung, der Bahnanschlussgeleise für die Bruggmühle Goldach nicht gelöst. Der Übergang wäre pro Tag zweimal 15 bis 20 Minuten geschlossen. Will die Goldacher Bevölkerung ein weiteres Barrierenärgernis? Wenn schon, dann müsste eine solche Strassenführung ans Ende der Parzellen (westlich) gelegt werden; dann könnten die Industriegeleise ohne Unterführung oder Barriere überquert werden. Sie sind dort nämlich wegen der Hanglage tiefer gelegt.

Sozialpolitisch: Seit gut zehn Jahren bestehen die Alterswohnungen im Mühlegut mit grossem Erfolg. Es existiert eine lange Warteliste. Den Senioren und Seniorinnen gefällt die zentrumsnahe, ebene Lage mit bequemer Verbindung ins Dorfzentrum. Eine zweite Überbauung im gleichen Quartier ist aufgrund der grossen Nachfrage in Planung. Soll den Bewohnern der Alterssiedlung die Überquerung einer stark befahrenen Strasse zugemutet werden? Nein. Wir erachten es als Affront des Alters, wenn man eine solche Strasse vor die Nase gebaut erhält.

Schulpolitisch: Gleich lang wie die Alterswohnungen bestehen die Bibliothek sowie die Kinderspielgruppe Tatzelwurm im Mühlegut. Täglich pilgern Schulklassen mit ihren Lehrern und Lehrerinnen und Mütter mit ihren Kleinsten zu diesen tollen Einrichtungen. Ist dem Gemeinderat tatsächlich ernst, die Sicherheit unserer Schwächsten der Gesellschaft zu gefährden?

Verkehrspolitisch: Der Gemeinderat Goldach propagiert ein möglichst verkehrsarmes Zentrum. Die Umfahrung Müh-legut käme nur rund 300 Meter westlich der Hauptstrasse zu liegen und wäre immer noch zentrumsnah. Bei der heutigen Ecke Mühlegut-/Bruggmühlestrasse müsste mit grösster Wahrscheinlichkeit ein Kreisel gebaut werden, direkt vor die Nase der Schule. Die Sicherheit der Schulkinder ist nochmals aufs Massivste tangiert und gefährdet! Im Weiteren müsste für die baulichen Massnahmen der östliche Teil des ehemaligen «Gerosa-Areals» geopfert werden. Der Gemeinderat hat dieses Grundstück für eine allfällige Erweiterung des Schulareals vor rund zwei Jahren gekauft. Ein Strategiefehler unserer Exekutive? Die Umfahrung Richtung Paradiesli kann, laut Gemeindepräsident Thomas Würth, wegen des schönen Eisenbahnviaduktes und des Naturschutzgebietes nicht weiterverfolgt werden (vgl. Tagblatt, Ausgabe Herbst 2012). Herrn Würth ist es offensichtlich wichtiger, Kunstbauten vor der Bevölkerung (betagte Einwohner, Schüler und Kleinkinder) zu schützen! Fazit: Die Umfahrung Mühlegut ist nicht nachvollziehbar. Die Umfahrung Paradiesli ist nach unserer Meinung die beste flankierende Massnahme. Der Verkehr südlich der Bahnlinie aus Rorschach, Rorschacherberg und Goldach würde Richtung St. Gallen, St. Margrethen und Arbon direkt zum Waldeggkreisel geleitet. Die Haupt- und die Bruggmühlestrasse in Goldach würden massiv entlastet. Der Gemeinderat ist gefordert; die Bevölkerung wird weitere Schritte kritisch beobachten und beurteilen.

Konrad Schefer,

Warteggweg 32b, 9403 Goldach

René und Hedy Dubochet

Hans Brandenberger und Trudy Zaghet,

Mühlegutstr. 10, 9403 Goldach

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