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UMBRUCH: Der Captain bleibt an Bord

Der verjüngte FC Steinach ist in Herisau chancenlos und verliert auch das zweite Spiel in dieser 2.-Liga-Saison, diesmal mit 1:5. Captain Matthias Klingenstein weiss: «Wir kämpfen gegen den Abstieg.»
Beni Bruggmann
Matthias Klingenstein (links) blockt den Schuss des Herisauers Ruben Schoch. (Bild: Michel Canonica)

Matthias Klingenstein (links) blockt den Schuss des Herisauers Ruben Schoch. (Bild: Michel Canonica)

Beni Bruggmann

sport

@tagblatt.ch

Matthias Klingenstein und der FC Steinach gehören zusammen, auch verbal: Klingensteinach. Beim FC Steinach hat er seine ersten Fussballspiele bestritten und ist später zu einem sicheren Wert in der ersten Mannschaft geworden. Im vergangenen Winter hat der 30-Jährige beschlossen, nochmals eine Saison für seinen Club anzuhängen, obwohl er ahnte, dass es schwierig wird. «Vier Spieler mit grosser Erfahrung und starker Präsenz auf dem Platz sind zurückgetreten. Deshalb kann es jetzt nur ein Ziel geben: Ligaerhalt.»

Die ersten Spiele mit Niederlagen gegen Rorschach-Goldach und Herisau bestätigen seine Einschätzung. Gegen Herisau ist rasch klar: Da gibt es nichts zu holen. Zwar behält Klingenstein als Innenverteidiger stets kühlen Kopf und beruhigt das Spiel mit einfachen Pässen. Als er nach einer halben Stunde perfekt antizipiert, den Ball erobert und sofort mit in den Angriff geht, endet der Konter in der gegnerischen Abwehr. Bevor er auf seiner Verteidigerposition zurück ist, entscheidet Herisau das Spiel mit dem dritten Treffer.

Konstanz in allen Bereichen

Matthias Klingenstein wächst in Steinach als Sohn eines Fischers zusammen mit drei Schwestern auf. Seine Lehre absolviert er als Polymechaniker bei der Firma Spühl in Wittenbach, wo er auch heute noch arbeitet. Im Jahr 2015 heiratet er Martina, seine Freundin, die er schon seit mehr als einem Dutzend Jahren kennt. Mittlerweile sind die beiden ­Eltern der halbjährigen Tochter Elina. Partnerschaft und Beruf zeugen von Beständigkeit, von Konstanz.

Und genau so ist es auch im Fussball. Er ist dem FC Steinach treu. Mit einer Ausnahme. Nach der Rekrutenschule wechselt er zum FC Kreuzlingen in die 1. Liga, damals die dritthöchste Liga der Schweiz. Er kommt zu Einsätzen in der ersten Mannschaft. «Ich habe gespürt, dass ich auf diesen Niveau mithalten kann», sagt er – und ist dennoch nach einem halben Jahr schon wieder zurück in Steinach. «Ich bin stolz, so weit gekommen zu sein, aber vielleicht fehlte mir doch der Ehrgeiz.» Oder vielleicht auch nur die FC-Steinach-Familie. Klingensteins sind in der vierten Generation Fischer auf dem Bodensee. Klar, dass Vater Peter seinen einzigen Sohn gerne als Nachfolger gesehen hätte.

Auch schwierige Zeiten auf dem See

Die Schnupperlehre hat dieser schon gemacht. Vor zwei Jahren nahm er unbezahlten Urlaub und half im Familienbetrieb. «Frühmorgens auf dem See, das kann wunderbar sein», sagt er, aber er vergisst auch die schwierigeren Zeiten nicht. «Bei Sturm, bei Regen, im Winter ist das Fischen harte Arbeit.» Und dann ergänzt er überzeugt: «Ich liebe den Fussball mehr als die Fischerei.»

Ob Matthias doch noch ins Boot seines Vaters steigt? «Im Moment sicher nicht. Mein Vater ist gesund und wird den Beruf noch einige Zeit mit Freude ausüben», sagt er, «aber – man soll nie nie sagen.» Irgendwann wird der Vater die Netze zum letzten Mal aussetzen. Vielleicht wird dann der ehemalige Steinach-Captain, der tüchtige Spühl-Mitarbeiter und der glückliche Familienvater seinem konstanten Leben doch noch ein neue Wendung geben: Matthias Klingenstein, Fischer in der fünften Generation. Er schüttelt den Kopf. Aber er schmunzelt auch...

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