UMBAUPROJEKT: Pflegeheim mit Demenzgarten

Für Sanierung und Umbau des Pflegeheims PeLago der Region Rorschach liegt das Projekt für neun Millionen Franken vor. Geld ist vorhanden, trotzdem entscheiden die Bürger der vier Trägergemeinden.

Fritz Bichsel
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Der Demenzgarten fürs Pflegeheim mit Passerelle vom 1. Stock ist auf dem erhöhten Areal Richtung Alterssiedlung (links) geplant. (Bild: Fritz Bichsel)

Der Demenzgarten fürs Pflegeheim mit Passerelle vom 1. Stock ist auf dem erhöhten Areal Richtung Alterssiedlung (links) geplant. (Bild: Fritz Bichsel)

Nur sanieren und geändertem Bedarf anpassen: Das legten die Delegierten der Gemeinden Rorschach, Rorschacherberg, Goldach und Untereggen fest für das PeLago. Den geplanten Anbau strichen sie 2016 auf Antrag des Verwaltungsrates. Denn entgegen Prognosen von Bund und Kanton werden in Pflegeheimen nicht mehr Plätze belegt. «Auch jetzt gibt es keine Anzeichen, dass mehr Leute kämen», sagt Verbandspräsident Beat Hirs.
Das Heim in Rorschacherberg wurde vor 37 Jahren erbaut und vor 19 Jahren ausgebaut für hundert Bewohner. Nun ist die Infrastruktur sanierungsbedürftig. Deshalb sollen die Heizung ersetzt, die Küche saniert, Kühl- und Lagerräume erweitert und ein weiterer Lift eingebaut sowie Ver- und Entsorgung völlig getrennt werden. Platz für Umbauten entsteht durch die Aufhebung  der Zimmer für betreutes Wohnen. Das Vorhaben berücksichtigt zudem, dass mehr Demenzkranke ins Heim kommen. Das Projekt der rlc Architekten AG sieht deshalb nebst  umfassender Innenerneuerung und Sanierung des Flachdachs auch eine Neukonzeption vor: Einen Teil der Station für Demenzkranke vom vierten ins erste Obergeschoss verlegen und ergänzen mit einem Garten auf der Südseite des Hauses, gegen die Alterssiedlung. Diese Anlage können körperlich noch rüstige Demenzkranke über eine Passerelle erreichen.
Die Delegierten des Zweckverbandes bewilligten 500 000 Franken zum Projektieren. Die Baukosten stiegen von geschätzten 7,5 auf veranschlagte 8,7 Mio. Franken. «An einem Bau  dieses Alters kann mehr oder weniger verbessert werden. Wir machen nun alles, was Bewohnern und Betrieb nützt und finanzierbar ist», erläutert der Präsident.
Die Heimtaxen sind so festgelegt, dass eine Reserve gebildet werden konnte und weitere Baukosten amortisiert werden können. Zur Verfügung stehen sechs Millionen Franken. Die weiteren Kosten sollen gedeckt werden mit einem Darlehnen, das der Betrieb finanzieren kann ohne Erhöhung der Taxen.

Aus dem Betrieb finanzieren ohne Gemeindebeiträge
Von den Gemeinden sind keine Beiträge nötig. Trotzdem entscheiden sie gemäss Vertrag über den Baukredit. Nach Einwohnerzahl entfallen auf Rorschach        3,1 Mio., auf Goldach 3,0 Mio., auf Rorschacherberg 2,3 Mio. und auf Untereggen 350 000 Franken. In den drei grossen Gemeinden ist eine Urnenabstimmung nötig. In Untereggen könnte die Bürgerversammlung entscheiden, der Gemeinderat beantragt aber, ebenfalls an der Urne abzustimmen. Die Gemeindebehörden haben den Kredit genehmigt und die Abstimmung auf den 21. Mai festgelegt. Gebaut wird nur, wenn die Bürger in allen Gemeinden zustimmen. Der Baubeginn ist für 2019 und der Bezug des erneuerten Heims für 2020 geplant. Während der Bauzeit muss jeweils ein Teil der Bewohner in umliegende Heime umziehen.  

Hinweis:
Gemeinsame Info der Gemeinden vor der Abstimmung:  25. April, 19.30 Uhr, Stadthofsaal Rorschach.